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Der diesjährige Anti-Sexismus-Workshop, durchgeführt von Frau Barth der Organisation „Haltepunkt“ von Pro Familia Offenbach und organisiert von den Lehrkräften Frau Dr. Haßdenteufel und Herrn Keller, war meiner Meinung nach ein voller Erfolg.

Für mich war es jetzt, in der EP, das letzte Mal, dass ich an dem Workshop teilnehmen konnte, und ich bedaure das ehrlich gesagt. Ich konnte in den beiden Workshops, an denen ich teilgenommen habe, immer viel lernen und auch für meinen Alltag mitnehmen. So ist die Workshopleiterin immer auf verschiedene Aspekte eingegangen und es entstanden spannende Diskussionen und unterschiedliche Tipps für den Umgang mit Alltagssexismus.

Wichtig war es Frau Barth, einen Safe Space für uns zu erschaffen, in dem wir uns wohlfühlen konnten und jeder respektiert wird; diesen gelang ihr aus meiner Sicht auch. Am Anfang dieses Workshops lernten wir dann eine ausführliche Definition für den Begriff „Sexismus“ kennen und anhand von einem Video und dem, was Frau Barth uns vermittelte, wurde noch einmal aufgezeigt, wie Sexismus unser alltägliches Leben beeinflusst. Dabei sprachen wir über Intersektionalität, wenn es um Sexismus und die Bekämpfung von weiteren Diskriminierungen geht, um dafür ein Bewusstsein zu schaffen, und gingen auf verschiedene Gruppen ein. Danach gab es eine Phase der Gruppenarbeit, in der wir eigenständig Situationen auf einer Skala von 1-10 nach ihrem Ausmaß und Übergriffigkeit bewerten sollten. Dies war eine teilweise schwierige Aufgabe, da es bei manchen auf den Kontext ankam und sorgte bei uns für angeregten Austausch. Dann besprachen wir unsere Ergebnisse mit der ganzen Gruppe und sprachen im Einzelnen noch über bestimmte mit allen. Zu sehen, dass wir manche Handlungen, die eindeutig sexistisch und übergriffig sind (wie z.B. manche Kommentare), normalisiert haben, hat mich geschockt, besonders dass das auch bei mir stattfindet, und so ging es vielen Anderen auch. Das bestärkte mich, noch mehr solches Verhalten anzusprechen und mich dagegen auszusprechen. Als letzte Übung wurden verschiedene Szenarien vorgelesen, die mit Sexismus verknüpft sind und so passieren oder passieren könnten, und wir suchten in der Gruppe Lösungsvorschläge. Es ging also konkret um Alltagssituationen und die Frage, wie man auf diese reagieren kann, was das Selbstbewusstsein für solche Situationen stärkt und das Reagieren trainiert. Die Teilnehmer wurden also bestärkt, sich gegen Sexismus, aber auch andere Diskriminierung einzusetzen und wurden für diese Themen sensibilisiert.

Ich hätte mir nur gewünscht, dass wir noch mehr Zeit für den Workshop gehabt hätten, denn zum Ende hin mussten wir uns beeilen, und es wäre besser gewesen, noch mindestens eine weitere Stunde zu haben. Sonst war es eine sehr bereichernde Zeit und Erfahrung, von denen ich mir noch mehr an unserer Schule wünschen würde. Denn solche Reflexion führt meiner Meinung nach zu einem besseren Schulklima und freundlicherem Umgang zwischen uns Schülerinnen und Schülern.

Am 1. April 2025 sind wir mit unserem Jahrgang ins Konzentrationslager Buchenwald gefahren. Schon bei der Ankunft war die Stimmung bedrückend bzw. es verlor sich die Heiterkeit der dreistündigen Busfahrt, denn es war still, kalt und nur erahnbar, was hier früher geschehen war, zumal fast alle Gebäude zerstört sind.

Am Anfang sahen wir einen 30-minütigen Film über die Geschichte des KZ; die Berichte der Überlebenden und Zeitzeugen stimmten traurig und regten einen zum Nachdenken an. Die Wirkung war den Besucherinnen und Besuchern im Gesicht anzusehen, als die Tragweite dieses Verbrechens deutlich wurde. Trotz des grundsätzlichen geschichtlichen Wissens war man emotional nicht auf diese Dimension des Schreckens vorbereitet.

Danach wurden verschiedene Stationen mit Audioguides besichtigt – eine Reise in eine schockierende Vergangenheit. Vor allem das Krematorium ist uns allen im Kopf geblieben, aber auch das Eingangstor mit der zynischen Inschrift „Jedem das Seine“ – als hätten die Häftlinge ihr Schicksal verdient – hinterließ einen bitteren Eindruck. Der Museumsbesuch mit der Betrachtung von Überbleibseln der Ermordeten war erstickend. Beschämt fühlte man sich, an genau einer Stelle zu stehen, an der Menschen gefoltert und ermordet worden waren, und es wurde manchem klar, wie gut es uns tatsächlich geht.

Positiv beeindruckt waren wir von Schicksalen Überlebender, die es trotz dieses unvorstellbaren Traumas geschafft haben, weiterzuleben, sogar in dieser Gesellschaft. Umso schockierender ist es, zu sehen, wie sich Menschen heute wieder dieser menschenverachtenden Ideologie zuwenden!

Der Besuch der Gedenkstätte war ein erschreckendes, aber wichtiges Erlebnis: Es hat uns gezeigt, wie grausam Menschen sein können und wie wichtig es ist, so etwas nie zu vergessen.

Text: 10d, Scö   Bilder: Keg