Seelsorge & Sozialarbeit

Schulsozialarbeit und Schulseelsorge an der Leibnizschule Offenbach

Gemeinsam ist das Grundanliegen der Schulseelsorge und der Schulsozialarbeit, jungen Menschen Hilfen zu einem sinnerfüllten und gelingenden Leben zu geben und ihnen in ihren Lebensfragen Begleitung anzubieten.

Background

Selbstverständnis der Schulsozialarbeit

Das Selbstverständnis der Schulsozialarbeit geht von den jungen Menschen und ihren Bedürfnissen, Wünschen und Interessen aus. Bildungsauftrag der Schulsozialarbeit an der Leibnizschule Offenbach ist es, den „subjektiven Prozess junger Menschen in der Auseinandersetzung mit der Welt und der Aneignung der Welt zu unterstützen und zu begleiten“ (vgl. Bildungsverständnis der Schulsozialarbeit, 2013).

Ausgehend von den unterschiedlichen Lebenswelten der jungen Menschen bietet Schulsozialarbeit nicht-formale Bildungsgelegenheiten, eröffnet (neue) Bildungsräume und agiert im Netzwerk mit außerschulischen Institutionen und Einrichtungen. Schulsozialarbeit schafft Orte und Gelegenheiten für informelles Lernen, ermöglicht Selbstbildungsprozesse und unterstützt junge Menschen dabei, ihren Bildungshorizont zu erweitern.

Menschenbild der Schulseelsorge

Nach christlichem Verständnis ist der Mensch ein Geschöpf und Abbild Gottes, woraus seine Würde und die Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens abgeleitet werden. Wichtige Aspekte innerhalb der christlichen Anthropologie sind der freie Wille, das soziale Miteinander und die Fähigkeit der Kommunikation und Interaktion.

Nach christlichem Verständnis ist der Mensch aber nicht per se gut, er neigt zu Fehlverhalten gegenüber seinen Mitmenschen, der Umwelt und Gott. Aber er ist auch in der Lage, sein Verhalten zu reflektieren, zu bereuen und umzukehren im Sinne einer ethischen Lebensführung und besitzt unterschiedliche Ressourcen, sein Leben zu gestalten. In Krisensituationen sind diese Fähigkeiten für die Betroffenen manchmal schwer zugänglich und brauchen daher Begleitung und Unterstützung.

Konzept – Überschneidungen und Unterschiede

ist eine Anlaufstelle für alle Lernenden, Lehrenden und Eltern der Leibnizschule. Insbesondere aber für jene Kinder und Jugendlichen, die bei individuellen Problemen und Konfliktsituationen sozialpädagogische Hilfe, Unterstützung und Zuwendung suchen bzw. benötigen.

Dabei versteht sich Schulsozialarbeit als ein niedrigschwelliges, leicht zugängliches präventives Angebot, welches einen eigenständigen sozialpädagogischen Auftrag erfüllt und nicht auf die Unterstützung sogenannter „Problemkinder“ reduziert wird, sondern von allen Schülerinnen und Schülern in Anspruch genommen werden kann.

Basierend auf dem Verständnis der Jugendhilfe handelt Schulsozialarbeit planend, präventiv, flexibel und situativ. Prävention und Einzelfallarbeit stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander, sodass die Schulsozialarbeit nicht ausschließlich in eine „Feuerwehrfunktion“ gerät. Präventive Angebote wie ein Team-Day mit einzelnen Klassen oder ganzen Jahrgangsstufen sind Teil des sozialpädagogischen Handelns an der Leibnizschule und werden in Kooperation mit den Stufenleitungen weiterhin intensiviert.

Schulsozialarbeit orientiert sich in allen pädagogischen Prozessen an den individuellen Voraussetzungen, Ressourcen und Zielen der jungen Menschen. Die Schulsozialarbeiterin bzw. der Schulsozialarbeiter sucht die individuellen Stärken der Kinder und Jugendlichen und bezieht sie aktiv in die Unterstützungsmöglichkeiten ein. Die Lebenswelt besteht aus den Bereichen

  • individuelle familiäre Situation,
  • Schule,
  • Medien,
  • Freizeitgestaltung,
  • Arbeit und
  • soziale Beziehungen zu Gleichaltrigen.

bietet ebenfalls allen interessierten Lernenden, Eltern, Lehrenden und allen anderen Teilhabern der Schulgemeinde – unabhängig von deren Konfessions- und Religionszugehörigkeit – in ihren Lebensfragen Begleitung an.

Im Unterschied zur Schulsozialarbeit ist Schulseelsorge aber in jedem Fall christlich motiviert und will in besonderer Weise versuchen, Fragen nach dem Sinn des Lebens und nach Gott Raum zu geben. Deshalb ist Schulseelsorge zwar überwiegend aber nicht ausschließlich diakonische Sorge um den Nächsten. Wendet sich die Schulsozialarbeit vorwiegend an Kinder und Jugendliche mit einem besonderen Bedarf an Unterstützung in schulischer und familiärer Hinsicht, geht es der Schulseelsorge stärker um das Begleiten aller Menschen im Bereich Schule in Krisen- und Hoch-Zeiten.

Schulseelsorge richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von ihrer Religions- oder Konfessionszugehörigkeit. Die Teilnahme am Angebot dem beruht grundsätzlich auf Freiwilligkeit. Sie nimmt die Vielfalt der Menschen wahr und ist sensibel, sowohl im Umgang mit Angehörigen anderer Glaubens- und Religionsgemeinschaften als auch mit nicht religiös gebundenen Menschen und Atheisten. Sie öffnet sich dem interreligiösen Dialog.

Schulseelsorge und Schulsozialarbeit können nach Ausrichtung, Konzept und personeller Umsetzung Schnittmengen in ihrer konkreten Umsetzung und in ihren Anliegen haben und die Angebote sind daher nicht immer klar voneinander zu trennen. Die enge Zusammenarbeit von Schulseelsorge und Schulsozialarbeit an der Leibnizschule trägt dem Rechnung. Bei uns ist jeder Mensch zu jeder Zeit willkommen und richtig.

Unsere Grundsätze an der Leibnizschule Offenbach

Schulsozialarbeit agiert im Lern- und Lebensraum Schule und ist dort für die Kinder und Jugendlichen, deren Eltern und Bezugspersonen sowie für alle am Schulleben beteiligten pädagogischen Fachkräfte zuverlässig erreichbar. Schulseelsorge richtet sich an die gesamte Schulgemeinschaft, also nicht nur an Schülerinnen und Schüler, sondern auch an Lehrkräfte, Eltern sowie alle im Raum der Schule Tätigen. Die drei Grundsätze für unsere Arbeit sind

  • Verschwiegenheit
  • Freiwilligkeit
  • Ansprechbarkeit

Schulsozialarbeit ist in erster Linie Jugendhilfe. Im Rahmen der Jugendhilfe unterliegt die Schulsozialarbeit grundsätzlich einer Schweigepflicht. Lediglich in besonderen Fällen, beispielsweise beim Verdacht der Kindeswohlgefährdung nach §8a SGB VIII, kann diese aufgebrochen werden.

Für die Schulseelsorge hingegen gilt die unverbrüchliche Schweigepflicht.

Alle Angebote und Unterstützungsmaßnahmen der Schulsozialarbeit sind freiwillig, es sei denn, dass sie im Klassenverbund als unterrichtliche Veranstaltung stattfinden oder Schülerinnen bzw. Schüler durch einen Konferenzbeschluss zur Teilnahme an Gesprächen verpflichtet werden.

Für das Angebot der Schulseelsorge kann eine Empfehlung ausgesprochen werden. Die Freiwilligkeit ist für die Teilnahme an schulseelsorgerlichen Veranstaltungen allerdings zentral.

Der Zugang zur Schulsozialarbeit und Schulseelsorge ist für alle Schülerinnen und Schüler der Leibnizschule direkt und unmittelbar möglich. Sie können sich jederzeit mit ihren Anliegen an den Schulseelsorger, die Schulsozialarbeiterin oder den Schulsozialarbeiter wenden.

Das Team

Ihr könnt uns direkt ansprechen, telefonisch und über Mail erreichen oder Kontakt über die Sekretariate im Altbau und Neubau herstellen. Wir freuen uns auf euch. Die persönlichen Kontaktdaten findet ihr auf unseren Profilen. Klickt dazu auf den jeweiligen Namen.

Daniel Kress
Sozialpädagogik
Hans-Günther Oelkers
Evangelische Religion | Schulseelsorge