Am 1. April 2025 sind wir mit unserem Jahrgang ins Konzentrationslager Buchenwald gefahren. Schon bei der Ankunft war die Stimmung bedrückend bzw. es verlor sich die Heiterkeit der dreistündigen Busfahrt, denn es war still, kalt und nur erahnbar, was hier früher geschehen war, zumal fast alle Gebäude zerstört sind.
Am Anfang sahen wir einen 30-minütigen Film über die Geschichte des KZ; die Berichte der Überlebenden und Zeitzeugen stimmten traurig und regten einen zum Nachdenken an. Die Wirkung war den Besucherinnen und Besuchern im Gesicht anzusehen, als die Tragweite dieses Verbrechens deutlich wurde. Trotz des grundsätzlichen geschichtlichen Wissens war man emotional nicht auf diese Dimension des Schreckens vorbereitet.
Danach wurden verschiedene Stationen mit Audioguides besichtigt – eine Reise in eine schockierende Vergangenheit. Vor allem das Krematorium ist uns allen im Kopf geblieben, aber auch das Eingangstor mit der zynischen Inschrift „Jedem das Seine“ – als hätten die Häftlinge ihr Schicksal verdient – hinterließ einen bitteren Eindruck. Der Museumsbesuch mit der Betrachtung von Überbleibseln der Ermordeten war erstickend. Beschämt fühlte man sich, an genau einer Stelle zu stehen, an der Menschen gefoltert und ermordet worden waren, und es wurde manchem klar, wie gut es uns tatsächlich geht.
Positiv beeindruckt waren wir von Schicksalen Überlebender, die es trotz dieses unvorstellbaren Traumas geschafft haben, weiterzuleben, sogar in dieser Gesellschaft. Umso schockierender ist es, zu sehen, wie sich Menschen heute wieder dieser menschenverachtenden Ideologie zuwenden!
Der Besuch der Gedenkstätte war ein erschreckendes, aber wichtiges Erlebnis: Es hat uns gezeigt, wie grausam Menschen sein können und wie wichtig es ist, so etwas nie zu vergessen.
Text: 10d, Scö Bilder: Keg




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