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15. März 2022
Lesung von Yann Mens in der Leibnizschule
Yann Mens, französischer Autor und Journalist, war am 4. November 2021 zu Gast an der Leibnizschule und diskutierte mit Schüler:innen aus Ober- und Mittelstufe über sein Werk. Silke Topf hieß den Schriftsteller zu Beginn willkommen:
« Yann, nous avons aujourd’hui le grand plaisir de t’accueillir à la Leibnizschule. C’est toujours un moment exceptionnel pour un lecteur ou une lectrice de pouvoir rencontrer l’auteur d’un texte impressionnant dans la vraie vie. Aujourd’hui, c’est notre première rencontre physique avec toi, pourtant tes textes nous accompagnent depuis un bon moment. Des histoires comme „Dans vos petites poches“, „Champs de mines“, „À table, président!“ ou les nouvelles de „L’écho des armes“ sont régulièrement lues en classe de français en Allemagne. Et tes récits y résonnent. Ces récits nous confrontent dans notre confort occidental. Ils nous rappellent que le monde est beau, mais qu’il est aussi en crise et en guerre. Ils nous encouragent de chercher notre place dans tout ça. Ils nous invitent de changer de perspective et de nous rendre compte de la réalité. Et peut-être aussi de continuer à vouloir changer le cours des choses. »
Ihre persönlichen Eindrücke vom Treffen schildert Yelda Dirik aus dem Grundkurs Französisch:
„Schon im Vorfeld haben unsere Kurse sich mit dem Werk von Yann Mens auseinandergesetzt und sich Fragen überlegt, die man einem Autor aus Frankreich wohl stellen könnte. So bereitete der Leistungskurs von Frau Neumann die Lektüre „L’écho des armes“ vor, während sich der Grundkurs von Frau Haßdenteufel das Buch „Dans vos petites poches“ genauer ansah. Da wir über Yann Mens und seine Geschichte trotz vorheriger Recherche nicht viel wussten, war es umso spannender, ihn am Donnerstag in der zweiten Stunde im Konferenzraum des Neubaus persönlich zu treffen.
Zu Beginn fand die Begrüßung durch Herrn Buschjost (auf Deutsch) und Frau Topf (auf Französisch) statt, die die Wichtigkeit von Diversität und einen damit einhergehenden Austausch betonte. Daraufhin wurde Yann Mens vorgestellt und durch Selman Acun, Hai My Hoang und Mark Roca Brandt aus dem Grundkurs ein weiteres Mal begrüßt. Diese haben zudem von den beiden Kursen und ihrer Arbeit in den vergangenen Wochen berichtet. Kurz darauf durften einige aus dem Grundkurs, darunter Samira Briskovic, Ouassim Mokhtari, Til Weinzapfel und ich, unsere Ergebnisse in Form von Monologen oder Dialogen vortragen. Yann Mens reagierte sehr positiv und beeindruckt, zumal die Beiträge aus unseren eigenen Analysen und Interpretationen seine Texte thematisierten. Daraufhin durften wir ihm dann gemeinsam unsere Fragen stellen, welche sowohl Politik und Soziales als auch seine Biografie und Journalismus betrafen.
Auf die Frage, was sein allerletzter Artikel thematisieren würde, antwortete Yann Mens: „Schwierige Frage. Aber ich glaube, er würde vom Krieg handeln. Davon, dass es viel schwerer ist Kriege zu beenden als sie zu beginnen.“ Seine Inspiration zum Schreiben sei der Krieg gewesen, von dem er berichten wollte, um Bewusstsein für dessen Grauen zu schaffen. Dazu erwähnte er seine Reise nach Afghanistan im Jahr 2015, die ihn und seine Arbeit sehr beeinflusst hätten. Nachdem auch Fragen zu den jeweiligen Büchern gestellt wurden, wurden ihm persönliche Fragen gestellt, wie beispielsweise, wer sein persönlicher Lieblingsautor ist. „Die besten Bücher sind die, die dich sowohl zum Weinen als auch zum Lachen bringen können. Jede/r Autor/in kann dich zum Weinen bringen, aber nur wenige können dich auch zum Lachen bringen.“
Abschließend betonte er, dass er das Buch „Dans vos petites poches“ seiner Familie und einem Soziologen, gleichzeitig ein Freund von ihm, widmet. Von ihm kam die Idee zur Geschichte über das Mädchen, das als Teil einer Kinderbande in der Pariser Metro stiehlt.
Insgesamt war die Erfahrung dieses comité de lecture sehr sehr spannend, weil wir den Autor, mit dessen Werken wir uns zuvor beschäftigt haben, tatsächlich selbst kennenlernen durften. Gleichzeitig fand die gesamte Veranstaltung auf Französisch statt, was für uns alle sehr aufregend war. Es war umso toller, dass wir ihn sehr gut verstehen und allem folgen konnten.
Ich persönlich fand es toll, einen Schriftsteller zu treffen, der sowohl fiktionale Geschichten schreibt als auch journalistische Texte verfasst. Auf diese Weise konnten wir Einsicht in verschiedene Dimensionen des Schreibens bekommen, was die gesamte Erfahrung sehr inspirierend und rund macht.
Wir danken Yann Mens und allen anderen Beteiligten für diese tolle Begegnung und Erfahrung und hoffen, Yann Mens vielleicht wieder einmal willkommen heißen zu dürfen!
Yelda Dirik
7. März 2022
Auftakt des Schulprojekts „Wir gegen Sexismus“

Am letzten Mittwoch startete an der Leibnizschule das Projekt „Wir gegen Sexismus“, in welchem sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern gemeinsam auf den Weg begeben wollen, aktiv gegen die verschiedenen Formen von Sexismus in Schulalltag und Gesellschaft vorzugehen.
Ausschlaggebend für dieses Projekt waren die vielen Beobachtungen immer wiederkehrender Formen sexistischen Verhaltens im Schullalltag, die für sich genommen oft nicht als schwerwiegend wahrgenommen werden, in der Summe jedoch nicht mehr zu übersehen waren. Dazu kam die Erkenntnis, dass im Unterricht selbst, diese Problematik bislang nur selten thematisiert wird.
Dadurch reifte die Idee in Schulleitung und Teilen des Kollegiums sich intensiver mit dem Thema Sexismus auseinanderzusetzen. Es wurden zahlreiche Gespräche unter den Lehrkräften, aber auch mit Schülerinnen und Schülern geführt, in deren Verlauf deutlich wurde, dass es einen großen Informations- und Austauschbedarf gibt.
Umfangreiche Vorarbeiten organisatorischer, finanzieller und technischer Art wurden hinter den Kulissen geleistet, die ohne Unterstützung der Fachstelle „Partnerschaft für Demokratie“ der Stadt Offenbach, dem Förderkreis der Leibnizschule, der Schulleitung und vielen engagierten Lehrkräften nicht möglich gewesen wäre. Nachdem viele Vorgespräche geführt worden waren und die Finanzierung des Projekts sichergestellt worden war, konnte die inhaltliche Arbeit beginnen.
Grundlegend ist ein Bewusstsein dafür, was Sexismus eigentlich bedeutet, wen es betrifft und warum es ein Problem ist. Dazu fand für alle Klassen der Schule ein digitaler Auftaktworkshop statt, in welchem die Expertin Katharina Debus die Schüler*innen in Impulsvorträgen und Kurzvideos über zahlreiche grundsätzliche Zusammenhänge informierte. Welche Erwartungen und Rollenbilder existieren? Wie werden individuelle Freiheiten eingeschränkt? Welche Diskriminierung erwächst darauf? Warum sind wir teilweise sexistisch ohne es zu wollen? Was ist Heterosexismus und was haben Gendersternchen(*) damit zu tun? Dies waren nur einige der Fragen, die im Lauf der digitalen Veranstaltung angesprochen wurden.
Der Workshop war in dieser Form bislang einzigartig an der Leibnizschule. So konnten nahezu alle Klassen über Tablets und digitale Tafeln an der Videokonferenz teilnehmen. Zwar ruckelte es an einigen Stellen und einige technische und organisatorische Probleme traten auf, daraus konnte vieles für zukünftige Veranstaltungen gelernt werden. Insgesamt wurden 52 Klassen mit fast 1300 Lernenden in drei neunzigminütigen digitalen Workshops an einem Vormittag erreicht. Es gibt nicht viele Schulen in Hessen, die dazu in der Lage sind.
Ein weiteres Ziel der Veranstaltung war es auch, über das Thema ins Gespräch zu kommen. In kurzen Austauschrunden wurden in den Klassen aufkommende Fragen gestellt, kontroverse Standpunkte ausgetauscht und andiskutiert. Dies setzte sich teilweise in späteren Klassenleitungsstunden oder im Fachunterricht fort und es wurde deutlich, dass es mehr Zeit und Raum benötigt, um sich angemessen mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen. Dies soll mit weiteren Projekten, Informations- und Austauschmöglichkeiten erreicht werden.
Dazu wird unter Beteiligung von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräfte unter Begleitung durch externe Fachkräfte ein Konzept entwickelt, das einen Beitrag dazu leisten soll, geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in Schule und Gesellschaft akzeptieren zu können. Sexismus, wie alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sollen keinen Platz an der Leibnizschule haben.
Ein friedliches, respektvolles Zusammenleben in all seiner Vielfalt – daran wollen wir arbeiten.
(Ke)
„Dieses Projekt wird gefördert von der Partnerschaft für Demokratie Stadt Offenbach am Main im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport.“
Im Rahmen der Schulorganisation fällt es in den Bereich Gewaltprävention und Demokratielernen (GuD), organisiert von Herrn Keller.




