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Umer Adil hatte vor neun Jahren ein ausgezeichnet Abitur abgelegt, war bis dahin Start-Stipendiat und danach Stipendiat der Studienstiftung gewesen, hat in Bonn, Paris und Oxford studiert und neben weiteren Bildungsaufenthalten an hochkarätigen und attraktiven Orten auch spannende Reisen unternommen. Hier ein Update seines Berichtes als Inspirationsquelle für angehende Abiturient*innen einschließlich der Angebots, sich an ihn zu wenden:

Nach dem Abitur war ich mit Freunden in der Slowakei – selten habe ich so viel gelacht wie dort –, war in Wien, und habe die Zeit auch sonst sehr genossen. Ich habe meinen Führerschein gemacht, viel mit Freunden unternommen und mich mit Dingen beschäftigt, die mich interessiert haben.

In der Slowakei waren wir in dem kleinsten Dorf, das ich je gesehen habe. Das Dorf namens Látky hatte genau einen Laden und eine Bar – beides im selben Gebäude. Vor dem Laden war ein rieseiges Schild, dass gezeigt hat, dass der Laden durch EU-Mittel finanziert worden ist. Das heißt vor dem Bau mussten alle Dorfbewohner zehn Kilomenter zum nächsten Dorf, Hriňová, fahren, damit sie irgend etwas kaufen konnten!

Auf der Rückfahrt von Látky nach Bratislava haben wir einen taubstummen, aber überraschend offenen und freundlichen Hriňová-Einwohner mittleren Alters getroffen, der uns durch seine Gestik gesagt hat, dass wir die ersten Ausländer sind, die er je in seinem Leben getroffen hat.

Außerdem war er sehr erstaunt, dass ein Deutscher, ein Koreaner und ein Pakistaner gemeinsam in die Slowakei fahren, hat uns aber auch gesagt, dass er es cool und uns sympathisch findet.

Im Oktober 2012 bin ich dann zum Studium der Mathematik und Physik nach Bonn gezogen. Da ich beides sehr mochte, wollte ich mit beidem anfangen und mich im Laufe meines Studiums für eines entscheiden. Mitte des zweiten Semesters habe ich mich dann schließlich für Mathe entschieden.

Das Mathematik-Studium in Bonn gefällt mir sehr, da es sehr anspruchsvoll ist und man sehr viel Wahlfreiheit hat. Nur im ersten Jahr sind fast alle Veranstaltungen vorgegeben; ab dem dritten Semester kann man das machen, worauf man Lust hat.

Im Moment suche ich gerade nach einem Thema für meine Bachelor-Arbeit, die ich nächsten Semester schreiben werde. Parallel dazu werde ich mit dem Master anfangen und so nach insgesamt 8 Semestern meinen Master-Abschluss haben.

Auch wenn es noch etwas weit weg liegt – zweieinhalb Jahre … – überlege ich im Moment, ob ich promovieren soll oder nicht. Aber bis ich mich entscheiden muss, werde ich hoffentlich eine Antwort haben.

Seit einem halben Jahr arbeite ich nebem Studium bei einer mittelständigen Unternehmensberatung. Da diese aber noch recht klein ist, habe ich sehr viel Freiheit bei der Arbeit und es hat was zu wissen, dass in dem Unternehmen sonst keiner meine Arbeit machen könnte und meine Arbeit deshalb wirklich zählt.

Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich in meinem Wohnheim als Haustutor (d.h., wenn jemand Probleme hat, kommt er zu mir) und bei Studenten bilden Schüler e.V. als Nachhilfelehrer für ein Mädchen an einer Hauptschule. An dieser Stellen möchte ich etwas dezente Schleichwerbung einbringen: http://studenten-bilden-schueler.de/

Das Studentenleben gefällt mir total. Man kann machen was man will wann man will. So kann z.B. mit Freunden in irgendeinen Bus steigen und einfach immer weiter fahren, bis man am Ende der Welt aussteigt, und nur weite Felder und Wiesen vor sich sieht. Und da man nachts gefahren ist, muss man sich irgendwie den Weg nach Hause erkundschaften.

Man kann auf die Gamescon gehen und Lasertag spielen.

Man kann auch riesengroße Feuerwerke mit Musikuntermalung am Rhein, oder Laser-Wasser-Shows mitten im Stadtzentrum genießen – oder einfach mitten im Semester nach Marokko fliegen.

Bild oben: Der Strand von Tanger, Marokko im Dezemer

Und wieso? Einfach weil man es kann und Lust drauf hat.

Und nebenbei hat man noch Zeit mit einem Freund etwas entwickeln, dass die Welt ein klein wenig besser machen kann.

Im Moment freue ich mich darauf, demnächst Belgien und danach Heidelberg kennen zu lernen, im August mein Praktikum beim Max-Planck-Institut für Hirnforschung anfzufangen und an echter Forschung beteiligt zu sein, und im nächsten Semester das Bisschen Spanisch, dass ich mir beibebgracht habe durch einen Sprachkurs zu verbessern.

All das was ich bin, bin ich durch die Leute, die mir auf dem Weg bis hierhin begegnet sind. Und dazu gehören natürlich auch alle Leute aus der Schule.

Mein Abitur an der Leibnizschule liegt jetzt schon zwei Jahre zurück und ich bin froh sagen zu können, dass es ein tolle Zeit war.

Ich möchte meinen Lehrern für die Unterstützung Danke sagen, die ich bekommen habe, wann immer ich etwas vor hatte – sei es das Schülerstudium, der Vietnam-Austausch, das START-Stipendium oder das Praktikum am CERN – und viel wichtiger: Weiter so!

Wenn man mich nach Tipps an angehende Abtiturienten fragen würde, würden diese ungefähr so lauten:

  1. Macht euch wegen dem Abitur nicht verrückt. Es ist auch nur eine Prüfung.

  1. Findet heraus was euch wichtig ist.

  1. Habt Spaß und genießt das Leben.

Alles Gute auf eurem Lebensweg!,

Umer Adil

====== Update Februar 2021 ======

Wow, jetzt sind es schon fast 9 Jahre seit dem Abitur.

Mittlerweile habe ich meinen Bachelor und Master in Mathematik abgeschlossen. Das Thema meiner Bachelor-Arbeit war übrigen “Shock fluctuations in the exclusion process”. Es ging darum, wie sich Schocks in bestimmten Systemen im Laufe der Zeit entwickeln. Achtung Spoiler: Die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist linear und der Schock ist diffusiv.

Außerdem habe ich nicht promoviert. Ich habe durch meine Forschungspraktika (zB. wie oben beschrieben am Max-Planck-Institut für Hirnforschung), gemerkt, dass Forschung mir persönlich thematisch sehr viel Freude bereitet, aber menschlich zu einsam ist. Ich liebe es mit Menschen zu interagieren und möchte das auch in meinem Beruf machen.

In den Erfahrungen in der Wirtschaft (die oben beschrieben mittelständige Unternehmensberatung und später noch viele weitere Praktika und Werkstudententtätigkeiten) hatte ich beides: Spannende Aufgaben und Menschen. Daher habe ich mich entschieden in die Beratungsbranche zu gehen – eine Entscheidung, die bislang nicht bereue!

Nun bin ich seit etwa drei Jahren Vollzeit-Unternehmensberater und bereits in meinem zweiten Job. Ich spezialisiere mit dabei auf Künstliche Intelligenz im Finanzsektor (also Banken und Versicherungen). Meine Projekte dauern in der Regel 3-4 Monate, sodass ich danach wieder mit komplett neuen Menschen an komplett neue Aufgaben arbeite. Dadurch bleibt die Lernkurve steil und der Berufsalltag abwechslungsreich. Das gefällt mir sehr.

Auch jetzt, 7 Jahre später, habe ich überlegt, welche Tipps ich angehenden Abiturienten geben würde. Und zu meinem Erstaunen sind es dieselben wie oben. Scheinbar war ich damals doch nicht so ahnungslos, wie man im Nachhinein immer denkt. 😉

Übrigens: Kontaktiert mich immer gerne, wenn ihr Fragen habt oder ich euch weiterhelfen kann. Meine Mail-Adresse bekommt ihr über das Sekretariat der Leibnizschule oder ihr schreibt mir auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/umer-hayat-adil/.

Alles Gute auf eurem Lebensweg!

Umer

Die besten Französisch-SchülerInnen der Region Rhein-Main auszeichnen – dieses Ziel hat sich der Wettbewerb gesetzt, den die Deutsch-Französische Gesellschaft Frankfurt am Main e.V. jedes Jahr ausschreibt.

In diesem Jahr hatte sich von unserer Schule Yelda Dirik aus dem Grundkurs Französisch Q1 bei Frau Dr. Haßdenteufel für das Finale des Wettbewerbs qualifiziert. Überzeugt hatte sie die Jury mit einem Aufsatz über französischen Rap als Stimme einer marginalisierten Jugend in den französischen Vorstädten. Für das Finale war Yelda gemeinsam mit den anderen sechs FinalistInnen aus Grund- und Leistungskursen verschiedener hessischen Gymnasien am 22. Januar 2021 in den Frankfurter Römer eingeladen. Dort stellte sie ihren Text zunächst vor einer deutsch-französischen Jury vor und trug einen Auszug daraus auch beim anschließenden Festakt im Kaisersaal des Römers vor. Die Leibnizschule gratuliert Yelda sehr herzlich zu diesem großen Erfolg!

Hier ein Auszug aus Yeldas Text:

Le rap – La voix des jeunes marginalisés

Dans un passé marqué par l’injustice, les mots simples ne pouvaient pas toujours s’imposer. Pour atteindre tous les gens, un analphabète, un aveugle, voire un enfant, il faut plus que la combinaison des lettres alignées. Le fait que l’art est une forme d’expression était claire dès le début. Avec toutes ces catégories et facettes, l’art est une langue avec laquelle tout le monde peut s’entendre. C’est possible exprimer les problématiques sociaux par une peinture ou par une sculpture. On peut aussi créer des mélodies et chanter ce qui nous tracasse. Tout d’abord on pourrait croire que c’est une forme peu sérieuse d’expression. On se pose la question, dans quelle mesure l’art peut rendre le monde meilleur ou comment l’art peut attirer l’attention du monde entier sur les injustices sociaux ou politiques. Mais que reste-t-il à une personne qui manque de la capacité financière ou des possibilités d’éducation? Que reste-t-il a une personne qui a été réduit au silence en conséquence de l’oppression? Que reste-t-il a cette personne d’autre que l’art?

Au cours des années 1980, le rap avait sa grande percée aux États-Unis. Sur la base des mélodies et de poésie, beaucoup de gens commençaient à refléter la vie dans le ghetto et le racisme et la marginalisation qui l’accompagnent. Le rap a ensuite trouvé son chemin vers la France. (…) Face aux troubles en France au cours de l’année 2005, quand la fugue des deux jeunes étaient mortelles, la colère à la police et le système a grandi rapidement. Non seulement les interventions de la police étaient violentes. Dans le pays, les jeunes ont brûlé des maisons et des voitures, ils ont protesté et demandé des changements de fond. (…) En 2012, le rappeur Kery James publie la chanson «Lettre à la République», dans laquelle il parle directement à la république. Il l’accuse d’avoir oublié l’histoire coloniale et les rend responsables de l’inégalité dans le pays. Ensuite, il est tellement en colère contre l’État, parce qu’il peut s’identifier fortement avec les jeunes qui doivent vivre dans «les zones défavorisées». En plus, il mentionne la xénophobie, qui, selon il, est très présent dans le pays. C’est dur pour lui être reconnaissant, parce qu’il pense que la France ne le souhaite la bienvenue.

«D’ailleurs plus personne ne s’en cache dans la France des xénophobes
Vous nous traitez comme des moins que rien sur vos chaînes publiques
Et vous attendez de nous qu’on s’écrie „vive la République!“
Mon respect s’fait violer au pays dit des Droits de l’Homme
Difficile de se sentir Français sans le syndrome de Stockholm
Parce que moi je suis Noir, musulman, banlieusard et fier de l’être
Quand tu m’vois tu mets un visage sur c’que l’autre France déteste»

Personnellement, j’ai toujours été occupée de la musique française.  (…) Avec l’âge j’ai remarqué que l ‚hip-hop est plus différente qu’il n’y paraît. Puisque j’ai passé ma vie à faire la musique aussi, je connais le sentiment d’être libre à cause de la musique. En général, cet exemple montre que nous avons besoin de la musique plus qu’il nous paraît. C’est exactement la raison, pour laquelle j’ai choisi ce sujet. (…) À mon avis, la politique doit prêter plus d’attention aux signaux cachés, étant donné que ces représentent une grande partie dans la société. Je partage l’avis de la jeunesse, parce que je pense aussi que les escalades pourraient être évitées si on aurait été plus ouvert et attentionné. Je trouve dommage que les rappeurs sont considérés comme fauteurs de troubles, juste parce que leur forme de s’exprimer s’écarte de la normalité. Seulement quand on écoutons l’un l’autre, on peut vivre en harmonie, car le mépris entraîne la haine  et potentiellement la guerre. Par ailleurs, je crois que c’est vraiment fascinant que les rappeurs sont toujours plein d’espoir. Dans leurs textes on peut déduire une pensée révolutionnaire, d’autant plus qu’ils espèrent des changements.

Le monde de l ‚hip-hop – une partie de la culture diverse et spéciale de la France. Quand on va en France, on ne peut pas s’enfuir de la musique captivante. A côté de la musique lyrique magnifique, les chansons époustouflantes d’Édith Piaf et la musique joyeuse de Zaz, se cache un tout autre niveau de la musique, qui mérite sa vedette aussi. La raison pour laquelle le rap français est tabou est que les problèmes ciblés qui n’appartient pas à la réputation parfaite de France, sont mentionné. Leurs vies dans la France étaient reliées aux difficultés et douleur. Néanmoins, il est important de se rappeler qu’il y a des miracles dans le délai de la douleur. La musique est l’art qui nous donne une plate-forme pour parler sur ce qui est oublié. Pour crier sur tous les toits ce qui est tabou. Pour soigner. C’est vrai, parfois, on a seulement l’art. Il contient beaucoup plus que ce qui est visible pour un extérieur. À l’intérieur de l’art il y a la douleur traitée et la guérison. L’art, la plate-forme, que personne ne peut nous voler. Le rap, la voix des jeunes marginalisés et dans le même temps un petit élément de la culture vaste de la France.

Sources:

https://dokdoc.eu/kultur/261/aus-den-banlieues-in-die-welt/

https://de.wikipedia.org/wiki/Franz%C3%B6sischer_Hip-Hop

https://www.franceinter.fr/emissions/40-ans-de-rap-francais/40-ans-de-rap-francais-25-juillet-2020