99 Schülerinnen und Schüler haben es in diesem Jahr „von den Qualis zu den Finals“, so ihr Motto, geschafft. Auf der akademischen Feier am 19.6.26 gratulierte ihnen daher Frau Sharrock zum Zieleinlauf und den erreichten Toren. Auch Herr Neeb griff das Motiv in seiner Würdigung auf, indem er die Schulzeit als eine Zeit der Trainingsphasen – durchaus auch mit Verletzungsphasen insbesondere während der Pandemie – sowie der Taktikbesprechungen einschließlich Neuaufstellungen veranschaulichte. Auf dem Weg gab es Stationen wie in einem Trainingszirkel, die Herr Neeb in Erinnerung rief, darunter Klassenfahrten, Projekte, Leibniz on Stage, Science Night, die Modenschau in der Q-Phase und die den Höhepunkt der Mottowoche mit einer Feier der Kulturen. Wichtig waren ihm bei der Fußballmetaphorik das Teamspiel und Fairplay: „Heute pfeift der Schiri das Spiel nicht ab, sondern das des Lebens an; bleiben Sie fair!“ Und falls ein neues Spiel verloren ginge, möchten sie eine neue Chance ergreifen, denn sie hätten gelernt, wie man sich vorbereitet und Ausdauer beweist. Als zu selbstbewussten Persönlichkeiten ausgebildete junge Menschen mit Softskills jenseits der reinen Notenziffern seien sie in der Lage, den Entwicklungen der Zukunft zu begegnen, allen voran denen der künstlichen Intelligenz, die als Werkzeug niemals die menschlichen Werte wie Mut, Toleranz und Liebe, die Einzigartigkeit eines und einer jeden sowie das kritische Denken und Meinungsvielfalt ersetzen könne. Mit einer guten Bildung mit ihren Wurzeln in der Schule und der Familie hätten sie nun die Voraussetzung zu einem sinnerfüllten Leben, welches Herr Neeb den Abiturientinnen und Abiturienten abschließend wünschte.

Ähnlich formulierte es der Förderkreisvorsitzende Herr Christner, der in diesem Jahr auch als Vater eines Abiturienten (Paul) sprach und viele Mitschülerinnen und Mitschüler seines Sohnes bereits seit der Grundschule oder den frühen Jahren der Leibnizschulzeit kannte und hat aufwachsen sehen: Schule sei nicht nur Noten, sondern vor allem Freundschaft! Er rief sie dazu auf, sich durch eine aufgrund von KI wandelnde (Berufs-)Welt nicht verunsichern zu lassen, da ihre Kreativität, Empathie und ihr kritisches Denken unersetzlich seien. Dieses Denken, das Teamwork sowie das Lernenlernen hätten sie in der Leibnizschule erworben, mit Unterstützung des Förderkreises. Im Namen der Eltern insgesamt wandte sich Schulelternbeirat Herr Heisig an alle, die zum Erreichen des Abiturs beigetragen hatten, und dankte für jede Form der Unterstützung vom Unterricht der Lehrkräfte bis zum Kuchenbacken der Eltern für Schulfeste.

Für Herrn Stadtrat Weiß war dieser Besuch der akademischen Feier sein letzter. Noch einmal machte er Werbung für Offenbach, welches sich vor seinem Nachbarn nicht zu verstecken brauche, wenn es um Bildungsinvestitionen gehe. Mit Stolz verwies er auf die Leistungen der Stadt im Bildungsbereich, die sich sichtbar auszahle, wenn die Gesellschaft der „Arrival City“ im Abitur ankomme. Und in Anlehnung an John F. Kennedys berühmte Berlin-Rede forderte er jeden auf, der den Kindern der Neuankömmlinge nichts zutraue, er möge nach Offenbach kommen! Dass hier die Zukunft nicht nur Offenbachs, sondern Deutschlands stehe, betonte auch der Rotarier und ehemalige Leibnizschüler Herr Scheuermann und erklärte die langjährige Förderung von Schülerinnen und Schülern durch den Rotary Club damit, dass er etwas zurückgeben wolle. Entsprechend appellierte er an sie, sich zu engagieren: „Die Gesellschaft braucht Euch!“ Engagiert haben sich die Schülerinnen und Schüler dieses Jahrgangs, allen voran Sana und Arig als Schulsprecherin bzw. Schülervertreterin. Sana gab ihrem Jahrgang mit auf den nun individuell einzuschlagenden Weg in einer ihnen freistehenden Welt, das „Best-Case-Scenario“ im Blick zu behalten und sich niemals gestrandet zu fühlen, sondern am Ende sagen zu können: „Ich habe geliebt, gelebt, gelacht und geweint.“ Arig warf einen Rückblick auf die Kursfahrten und Events, auf Nächte der Mathematik bei Lernfuchs und schloss nach einigen Anekdoten im Ernst: „Ihr habt den Traum Eurer Eltern bei der Einwanderung erfüllt!“

Getreu dem Motto seines Deutschtutoriums „Die Schäfchen verlassen die Weide“ stellte Herr Schäfer fest, dass die Lehrerinnen und Lehrer wie die Eltern nun verlassen werden. Aller Wehmut zum Trotz verglich er das letzte Schuljahr humorvoll mit der Trennungphase in einer Beziehung, bei der die Lehrkräfte schlussendlich im Haus bleiben, während die ausgezogenen Schülerinnen und Schüler ihnen bald Unterhalt zahlen müssten. Dabei rief er sie dazu auf, dass man Freunde bleiben möge! Herr Schäfer gab ihnen mit, nicht zu übersehen, wie privilegiert wir seien, und warnte seine „Schäfchen“ vor den Wölfen im Schafspelz. Abschließend sang er mit dem Jahrgang „Und die Chöre singen für Dich“ mit Unterstützung von Frau Secks Band, die er mit der Gitarre begleitete.

Bevor die langersehnten Abiturzeugnisse durch die Tutorinnen und Tutoren Herrn Bakalakos, Frau Höflich, Frau Dr. Meyer-Tarhan, Herrn Schäfer, Frau Schöne, Frau Söhnchen und Herrn Walther überreicht wurden, gab es Ehrungen für einzele Abiturientinnen und Abiturienten: Als einzige des Jahrgangs erreichte Emma die Bestleistung von 1,0 und wurde zudem von Herrn Oelkers für ihre sehr gute Leistung in der mündlichen Prüfung im Fach Religion ausgezeichnet wie auch von Frau Höflich und Herrn Massinger für herausragende Leistungen in den Fächern Mathematik und Chemie. Sie erhielt Urkunden, Buchpreise sowie eine einjährige Mitgliedschaft bei der „Deutschen Mathematiker-Vereinigung“ und der „Gesellschaft Deutscher Chemiker“. Auch Pierre durfte sich über eine Auszeichnung durch Herrn Oelkers für die beste schriftliche Leistung im Fach Religion freuen. Benjamins und Gabriels besondere Leistungen im Fach Physik wurden von Herrn Wolf prämiert. Sie erhielten neben einem Buchpreis eine Mitgliedschaft in der „Deutschen physikalischen Gesellschaft“. Tinus erfuhr gleich zwei Würdigungen, eine fachlicher Art für seine hervorragenden Abiturleistungen im Informatik-LK, die andere für sein soziales Engagement an der Leibnizschule. Er hatte als Mitglied der Technik-AG aufwendige Highlights wie z.B. die Murder-Mystery-Abende, das Schulfest, die Leibnizweihnacht und Leibniz on Stage wesentlich ermöglicht. Für langjähriges soziales Engagement erfuhren Yussuf und Athena ebenfalls Anerkennung: Als Streitschlichter bzw. Streitschlichterin hatten sie verantwortungsvollen Einsatz für ein harmonisches Miteinander in der Schülerschaft geleistet und durften sich über eine Auszeichnung durch Frau Petran freuen. Den Leibnizpreis für soziales Engagement verlieh Herr Christner Sana und Arig aufgrund ihrer vielfältigen und unermüdlichen Arbeit für den Jahrgang.

Für einen musikalischen Rahmen sorgten Melina und Ema unter Begleitung der Band. Ihre wunderschönen Stimmen hatten viele schulische Veranstaltungen verzaubert und werden nachklingen. Schließlich konnte auch brütende Hitze an dem Freitagnachmittag die feierliche Stimmung nicht trüben, die mit Sekt, Erfrischungsgetränken und Snacks einen fröhlichen Ausklang fand. Eltern konnten sich voneinander verabschieden und Kolleginnen und Kollegen stießen mit Studienleiterin Frau Kobald auf eine gelunge Durchführung des Abiturs und eine würdevolle akademische Feier an – Frau Kobald sei hier noch einmal sehr herzlich gedankt!