Im Rahmen einer Schulexkursion besuchte unser Jahrgang die Gedenkstätte KZ Buchenwald innerhalb Weimar. Ziel der Exkursion war es, unser Wissen über die Zeit des Nationalsozialismus zu vertiefen und einen Einblick in die historischen Ereignisse vor Ort zu erhalten. Durch den Besuch haben wir mehr über die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers gelernt und konnten den Unterrichtsstoff besser verstehen.
Für die Exkursion trafen wir uns früh am Morgen um 6:45 Uhr vor der Schule, wo bereits einige gemietete Busse auf uns warteten. Die Fahrt zur Gedenkstätte KZ Buchenwald dauerte etwa drei bis vier Stunden. Während der Fahrt legten wir eine Pause an einer Raststätte ein.
Die Hinreise verlief insgesamt ruhig und relativ entspannt, auch wenn uns allen bewusst war, welches Ziel uns erwartete. Um die Stimmung etwas aufzulockern, versuchten einige von uns, sich mit Gesprächen, Witzen oder anderen Beschäftigungen abzulenken.
Nach unserer Ankunft und bevor die Führung über das Gelände des KZ Buchenwald begann, haben wir uns zuerst einen Gedenkfilm angeschaut, in dem Überlebende über ihre Erfahrungen berichten.
Dazu wurden uns auch historische Fotos aus der Zeit gezeigt, welche die damaligen Zustände sehr deutlich machten.
Das hat uns geholfen, uns auf die Führung vorzubereiten und die Intensität der Situation besser zu verstehen. Nach dem Gedenkfilm wurden wir zunächst zu der ehemaligen Zugverbindung des KZ Buchenwald geführt. Dort wurde uns erklärt, wie die Häftlinge während der NS-Zeit in das Lager transportiert wurden.
Anschließend zeigte man uns den Eingang sowie, die sogenannte „Blutstraße“. Auf dieser mussten die Gefangenen ins Lager laufen, während sie von der SS geschlagen und misshandelt wurde. Die SS hatte dabei große Macht und konnte weitgehend unkontrolliert Gewalt gegen die Häftlinge ausüben, weswegen die Straße sogenannt wurde.
Beim Betreten des Geländes des KZ Buchenwald waren wir zunächst fassungslos, als wir die große, leere, sogar teilweise zerstörte Fläche sahen, auf der sich früher einst das Lager befand. Gleichzeitig waren wir etwas enttäuscht, weil es ohne die noch erhaltenen Kasernen oder Gebäude schwer war, sich alles wirklich vorzustellen.
Besonders ins Auge gestochen, ist uns das Tor mit der Aufschrift „Jedem das Seine“, welches aus der NS-Zeit stammt. Unser Guide erläuterte uns die Bedeutung und Herkunft des Spruchs. Es wirkte auf uns sehr überraschend, da er heute häufig besonders unter Jugendlichen verwendet wird, ohne dass vielen, der historische Hintergrund und der ursprüngliche Zusammenhang bewusst sind.
Danach wurden wir zum Krematorium geführt. Dort wurde uns erklärt, wie verstorbene Häftlinge und teilweise auch noch lebende Menschen ermordet und anschließend verbrannt wurden.
Die Informationen waren sehr schwer zu verarbeiten und machten das Ausmaß an Gewalt deutlich. Es war schmerzhaft zu sehen, wie respektlos und grausam die Nationalsozialisten mit den Häftlingen dort umgegangen sind.
Nach dem Besuch des Krematoriums hatten wir vor unserer Abfahrt noch etwas Zeit, das Museum zu besichtigen. Dabei konnten wir uns frei verschiedene Ausstellungsstücke ansehen, darunter Fotos, Dokumente und andere interessante Objekte, welche die Geschichte des Ortes und das Leben im Lager näher erklärten. Darunter zum Beispiel Pässe, Einträge, Kunstwerke von Häftlingen sowie auch persönliche Gegenstände von Nationalsozialisten und noch Vieles mehr.
Die Abfahrt war im Vergleich zur Hinfahrt eher ruhiger, hatte aber auch eine etwas erleichternde Wirkung, da wir das verstörende Konzentrationslager hinter uns ließen. Insgesamt war die Rückfahrt entspannt, wir tauschten unsere Erfahrungen und Eindrücke aus.
Insgesamt war die Schulexkursion zum KZ Buchenwald eine sehr bedeutsame und teilweise auch belastende Erfahrung. Der Besuch hat einem deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, sich gründlich mit der Geschichte der NS-Zeit auseinanderzusetzen und diese nicht nur aus dem Unterricht zu kennen, sondern auch, so einen Ort zu besuchen.
Die Exkursion hat außerdem unsere eigene Perspektive drastisch verändert und verdeutlicht, dass man mit diesem Thema respektvoll umgehen sollte und es nicht verharmlosen weder noch darüber scherzen darf.
Für uns war es sehr wichtig, dort gewesen zu sein, allerdings wäre etwas mehr Zeit vor Ort sinnvoll gewesen, um sich gründlicher mit dem Thema zu befassen. Außerdem könnte es von Nutzen sein, eventuell auch eine andere Gedenkstätte zu besuchen, in der noch mehr Gebäude erhalten sind, um sich die damaligen Verhältnisse besser vorstellen zu können.
Ein Bericht von César, Baran, Louis & Benjamin, Kl. 10c

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