Am 16. September 2025 war auf Einladung Frau Kehls hin Norman Wolf bei uns zu Besuch, um sein Buch:“ Wenn die Pause zur Hölle wird: Wie du dich gegen Mobbing stärkst und Selbstvertrauen gewinnst“ vorzustellen. Dabei erzählte er von den Hintergründen. Norman Wolf wurde früher in der Schule gemobbt. Jahre später arbeitete er bei der „Nummer gegen Kummer“. Damals rief ein Junge an, der in dem Alter war wie er selbst, als er früher gemobbt wurde, und vertraute ihm seine Geschichte an. Dabei merkte er, dass ihn seine Geschichte sehr aufwühlte, und er nahm sich vor, sich näher damit zu beschäftigen.
Er erzählte uns, dass das Mobbing bei ihm in der fünften Klasse angefangen hatte. Er kam neu in eine Klasse eines Gymnasiums und 30 Kinder saßen vor ihm. Damals war er sehr introvertiert und ist es immer noch. Daher dachte er sich, dass die Klassenfahrt, die bald anstand, eine gute Möglichkeit wäre, sich in die Klasse zu integrieren. Auf der Klassenfahrt war er mit drei anderen Jungs im Zimmer. Am Abend redeten sie über ihre Crushes, was Norman sehr interessant fand. Er dachte, seine Zimmermitbewohner seien seine Freunde, und daher vertraute er ihnen seinen Crush an. Ihr Name war Romina. Am nächsten Morgen, als er noch halb schlief, zogen ihn seine angeblichen Freunde an Händen und Füßen aus dem Zimmer, in seinem Pyjama. Sie zogen ihn vor das Zimmer von Romina, wobei seine Klasse und auch die Parallelklasse dabei zuschauten, wie Romina ihn abservierte. Ab diesem Moment begann das Mobbing.
Norman Wolf sprach auch von seiner familiären Situation: Sein Vater war damals starker Alkoholiker und seine Mutter machte Doppelschichten als Putzfrau. Er hatte einen großen Bruder, der aber jede Möglichkeit nutzte, von zu Hause weg zu sein. Seine Möglichkeit, Stress abzubauen, war zu essen, aber genau deswegen wurde er gemobbt. Eine Situation war zum Beispiel, dass sein Schulranzen aus dem 2. Stock geworfen wurde, nur um seine Reaktion zu sehen. Seine Mitschüler kippten auch sein Mäppchen aus oder verschmierten dreckiges Wasser auf seinen Kunstbildern. Sein Mobbingproblem vertraute er aber nicht mal seiner Familie an. Seine Mutter erfuhr das erst, nachdem sein Buch herausgekommen war. Niemand sagte damals etwas gegen das Mobbing. In der achten Klasse wurde es besser, da der Hauptmobber sitzengeblieben war. Aber die Klassen 5 bis 7 waren für ihn ein Horror.
Norman erklärte uns danach den Unterschied zwischen Streit und Mobbing. Streit ist, wenn zwei oder drei Personen, sprich einzelne Parteien sich miteinander streiten. Mobbing ist, wenn viele Personen auf eine Person gehen.
Die 6. und 7. Klassen fanden sehr interessant, dass er derart offen über dieses schwere und belastende Thema sprechen konnte. Er erklärte uns auch, dass man selber als alleinstehende Person schwer Mobbing stoppen kann. Man sollte sich der Familie oder Freunden anvertrauen, sonst könnte das Mobbing schlimmer werden und einen innerlich zerfressen. Als er in der 7. Klasse war, hatte er sogar Suizidgedanken, da es ihn so sehr belastete.
Text: Marie, 7f Foto: Kehl

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