Anfang September führten die Q3-Geschichtskurse der Herren Keller, Lughofer und Meyer in Begleitung von Herrn Schwab eine Exkursion zur Gedenkstätte Point Alpha durch.
Point Alpha war früher ein Beobachtungsstützpunkt der US-Armee direkt an der innerdeutschen Grenze, im sogenannten Fulda Gap, einem Gebiet, das strategisch als mögliches Einfallstor für die Armeen des Warschauer Pakts galt.
Im ehemaligen US-Camp konnten die Schülerinnen und Schüler originale Baracken, Überreste und Geräte besichtigen, die zeigen, wie US-Militärpersonal das Leben und den Alltag an der Grenze organisiert hatte. Interessant war hierbei auch, wie schon scheinbare Kleinigkeiten politische Signale senden sollten. Dies waren beispielsweise ein Grillplatz in Sichtweite der Grenzsoldaten der DDR oder eine einfache Linie am Boden, die markierte, ab welcher Stelle im Camp keine Kampfpanzer mehr fahren durften, um den Gegner nicht zu provozieren.
Es folgten Gespräche mit Zeitzeugen, u.a. einem ehemaligen Grenzsoldaten der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA), die aus ihrer eigenen Lebensrealität verschiedene Perspektiven des Lebens im Grenzgebiet berichteten und die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler beantworteten.
Anschließend spazierten die Gruppen an den teilweise im Original erhaltenen, teilweise rekonstruierten Grenzanlagen entlang. Zäune, Wachtürme und Sperranlagen veranschaulichten die Unmenschlichkeit der vergangenen Teilung Deutschlands. Diese Eindrücke wurden durch die geführte Erkundung des Grenzmuseums „Haus auf der Grenze“ verstärkt. Dort erfolgte die historisch-politische Einordnung des Lebens an der Grenze. Alltag, Repression, Flucht und Widerstand waren einige der Aspekte, an welchen das Unrechtssystem des SED-Regimes verdeutlicht wurde.
Für die Schülerinnen und Schüler, die durch ihr junges Alter keine eigenen Erfahrungen mit dem Leben in einem geteilten Deutschland haben können, trug die Exkursion dazu bei, die aktuelle Bedeutung von Freiheit und Demokratie am negativen Beispiel der Geschichte Deutschlands zu erfahren.
Schließlich erinnerte eine großflächige Gedenktafel an das Ende des Kalten Krieges, welches zeigt, dass auch scheinbar unlösbare internationale Konflikte eines Tages enden können. Eine durchaus hoffnungsvolle Botschaft für die Gegenwart.
(Bild & Text: Kel / red. Bearb.: Blu)









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