| In 2023 (→as we reported), alongside two other classes from Leibniz School, class 9c with German teacher Mr. Blume took part in the “MainBuchCast” podcast competition and came third with their episode on Natasha Friend’s novel “The Wolves are waiting”. Here we would like to present the interview we conducted with the author via the internet at the time. Yes, some time has passed, but the topics (misogyny in various forms, its widespread social acceptance, the frequency of rape) are as relevant as ever, as for example shown by the latest crime statistics for 2024 (Source in German language), which state: “Crimes against women and girls are on the rise in all areas – there is a femicide in Germany almost every day” (Source in German language). That’s why we decided to publish it here in full, despite the delay, with the kind permission of the author Natasha Friend: as an English-language audio file and as a transcript with translation. The translation is also one of the reasons for the delay in presenting this text: it was very time-consuming and difficult because in many places every word had to be checked carefully to ensure that it was unambiguous and would not be perceived as offensive by anyone. However, in the course of our efforts to combat sexism, we feel it is imperative to make this interview available to as many interested parties as possible, both inside and outside the school. If you would like to listen to the accompanying podcast episode (in German language), you can find it here: https://open.spotify.com/episode/4haJ2XlJ4GZUWQKkfWxpMZ Students at our school can borrow the book from our media library. |
Im Jahr 2023 nahm – neben zwei weiteren Klassen der Leibnizschule – auch die 9c mit ihrem Deutschlehrer Herrn Blume am Podcast-Wettbewerb „MainBuchCast“ teil und erlangte mit ihrer Folge zu Natasha Friends Roman „#NoGame“ den dritten Platz (→wir berichteten). Hier wollen wir das Interview vorstellen, das wir damals mit der Autorin über das Internet führten. Ja, es ist ein wenig Zeit vergangen, aber die Thematik (Misogynie in verschiedenen Formen, ihre weitgehende gesellschaftliche Akzeptanz, die Häufigkeit von Vergewaltigungen) sind aktuell wie eh und je, wie etwa auch die aktuelle Kriminalstatistik für das Jahr 2024 zeigt, die feststellt: „Straftaten gegen Frauen und Mädchen steigen in allen Bereichen – Fast jeden Tag ein Femizid in Deutschland“. Deshalb haben wir uns entschlossen, es trotz der Verspätung – mit freundlicher Genehmigung der Autorin Natasha Friend – hier in voller Länge zu veröffentlichen: als englischsprachiges Audio-File und als dessen Transkript samt Übersetzung. Die Übersetzung ist auch einer der Gründe für die verzögerte Präsentation dieses Textes: sie war sehr zeitaufwendig und schwierig, weil man an vielen Stellen jedes Wort genau prüfen muss, ob es unmissverständlich ist und nicht von irgendwem als beleidigend empfunden wird. Im Zuge unserer Bemühungen, gegen Sexismus anzukämpfen, erscheint es uns trotz der Verspätung geboten, dieses Interview möglichst vielen Interessierten innerhalb und außerhalb der Schule zugänglich zu machen. Wer die zugehörige Podcast-Folge hören möchte, findet sie hier: https://open.spotify.com/episode/4haJ2XlJ4GZUWQKkfWxpMZ Das Buch können Lernende unserer Schule in der Mediathek ausleihen. |
TranscriptNatasha Friend in Original English |
Übersetzung des Transkriptsdurch C. Blume |
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| Hi, Mr. Blume, and Mr. Blume’s students. This is Natasha friend, author of „The Wolves Are Waiting“, here to answer your interview questions. Thank you so much for choosing me for your podcast. I’m honored and delighted to be here. | Hallo, Herr Blume und Herrn Blumes Schülerinnen und Schüler! Ich bin Natasha Friend, die Autorin von „#NoGame“ [im Original „The Wolves Are Waiting“], und bereit, Eure Interviewfragen zu beantworten. Vielen Dank, dass Ihr mich für Euren Podcast ausgewählt habt. Ich fühle mich geehrt und freue mich, dabei zu sein. |
| So let’s dive in! | Also lasst uns loslegen! [≈Also lasst uns in die Materie „eintauchen“!] |
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| Question #1: How and why and when did you become an author? | Frage 1: Wie, warum und wann sind Sie Autorin geworden? |
| So I grew up in a house without a TV, without a computer, without the Internet, a million years ago, with parents who were avid readers, who wanted me and my brother to grow up to be readers as well. | Nun, ich bin in einem Haus ohne Fernseher, ohne Computer und ohne Internet aufgewachsen, mit Eltern, die begeisterte Leser waren und wollten, dass ich und mein Bruder auch zu Lesern werden. |
| So some of my earliest childhood memories are of being read to and of learning to read, and almost as soon as I learned to read, I wanted to write. So I would sit on my dad’s lap and dictate stories to him that he would type up on his old Smith Corona typewriter. And then I would staple those together and I would carry them around the house and I would call myself an author. | Einige meiner frühesten Kindheitserinnerungen bestehen darin, dass mir vorgelesen wurde und dass ich lesen lernte. Kaum hatte ich lesen gelernt, wollte ich auch schreiben. Also saß ich auf dem Schoß meines Vaters und diktierte ihm Geschichten, die er dann auf seiner alten Smith-Corona-Schreibmaschine abtippte. Dann heftete ich sie zusammen, trug sie im Haus herum und nannte mich selbst eine Autorin. |
| So I would say I became an author at the age of 6. | Ich würde also sagen, dass ich im Alter von 6 Jahren eine Autorin wurde. |
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| Question #2: Do you have a role model as an author? | Frage 2: Haben Sie ein Vorbild als Autorin? |
| Oh yes, Judy Blume, author of the „Superfudge” series and “Are you there, God? It’s me, Margaret!”, and „Forever”. | Oh ja, Judy Blume, Autorin der „Futsch“-Romanreihe und von „Are you there, God! It’s me, Margaret!” und „Forever… Die Geschichte einer ersten Liebe“. |
| She was my role model. She was, in fact, probably one of the seminal influences in my life when I was a young reader. I devoured her books. I even read the ones that were deemed inappropriate for my age, when I was young. | Sie war mein Vorbild. Sie war wahrscheinlich einer der wichtigsten Einflüsse in meinem Leben, als ich eine junge Leserin war. Ich habe ihre Bücher verschlungen. Ich habe sogar diejenigen ihrer Bücher gelesen, die für mein Alter als unpassend galten, als ich jung war. |
| I wanted to be her. I wanted to write books like she wrote, because the books that she wrote, spoke to me. They made me feel less alone. They made me feel connected. She was a powerful influence for me and she still is. | Ich wollte wie sie sein. Ich wollte Bücher schreiben wie sie, denn die Bücher, die sie schrieb, sprachen zu mir. Sie gaben mir das Gefühl, nicht so allein zu sein und ließen mich zugehörig fühlen. Sie hatte einen starken Einfluss auf mich, und den hat sie immer noch. |
| 00:02:10 | 00:02:10 |
| [Question] #3: Approximately how long does it take you to write a book? | Frage 3: Wie lange brauchen Sie ungefähr, um ein Buch zu schreiben? |
| I would say about six months to write a first draft, but I also haven’t written full length books without being a mom, so I’m working around my schedule with my kids and my time with my kids, so I can’t really write nonstop. So about six months for a draft to be finished and then from the completion of a draft to publication, it can take a year, a year and a half, even two years. | Ich würde sagen, etwa sechs Monate, um einen ersten Entwurf zu schreiben, aber ich habe auch noch nie ein ganzes Buch geschrieben, ohne Mutter zu sein, also muss ich mich nach meinem Zeitplan mit meinen Kindern richten und nach meiner Zeit mit meinen Kindern, deshalb kann ich nicht wirklich nonstop schreiben. Es dauert also etwa sechs Monate, bis ein Entwurf fertig ist, und von der Fertigstellung des Entwurfs bis zur Veröffentlichung kann es ein Jahr, anderthalb oder sogar zwei Jahre dauern. |
| So „The Wolves Are Waiting” took about two years just because we got caught in COVID and the publishing business was slowed down [or: so down?], but [usually] start to finish, starting to write and publishing about a year, a year and a half. | Bei „#NoGame“ dauerte es etwa zwei Jahre, weil wir durch die COVID-Pandemie so eingeschränkt waren und das Verlagsgeschäft so schlecht lief, aber [normalerweise] dauert es von Anfang bis Ende, vom Schreiben bis zur Veröffentlichung, etwa ein Jahr bis eineinhalb Jahre. |
| 00:03:04 | 00:03:04 |
| [Question] #4: How does your family feel about your profession? | Frage 4: Wie denkt Ihre Familie über Ihren Beruf? |
| I think my kids think it’s cool that I’m an author? I’ve gone into school with them and presented to their classmates. I’ve gone to readings in town book events and my family has shown up. I think that they approve. My kids have read some, not all of my books. I don’t force them on them, but I hope they’ll read them all someday. And yeah, I think they like having a mom who’s an author and to see their friends reading my books. | Ich glaube, meine Kinder finden es cool, dass ich Autorin bin. Ich bin zu ihnen in die Schule gegangen und habe vor ihren Klassenkameraden Lesungen gehalten. Ich bin zu Lesungen bei Literaturveranstaltungen in der Stadt gegangen und meine Familie ist gekommen. Ich glaube, dass sie das gut finden. Meine Kinder haben einige, aber nicht alle meiner Bücher gelesen. Ich zwinge sie nicht dazu, aber ich hoffe, dass sie sie eines Tages alle lesen werden. Und ja, ich glaube, sie mögen es, eine Mutter zu haben, die Autorin ist, und zu sehen, dass ihre Freunde meine Bücher lesen. |
| 00:03:45 | 00:03:45 |
| [Question] #5: How much research did you have to do for your book? | Frage 5: Wie viel Recherche mussten Sie für Ihr Buch betreiben? |
| So, for „The Wolves Are Waiting“ I did more research than I had done previously for my other books.
It was important to me that I got this subject matter right because of this sensitive nature of sexual assault. I really needed to talk to some people who deal with this professionally, so Title IX coordinators on college campuses. I also needed to talk to non-white readers to make sure I was being culturally sensitive, particularly to the characters of Adam Xu and Cam. So I wanted to research how I presented those readers and how I was being sensitive to their cultural backgrounds. |
Also, für „#NoGame“ habe ich mehr recherchiert als für meine anderen Bücher.
Es war mir wichtig, das Thema richtig anzugehen, denn sexuelle Übergriffe sind ein sensibles Thema. Ich musste unbedingt mit Leuten sprechen, die sich beruflich damit befassen, also mit den Title-IX-Koordinatoren auf dem College-Campus [=eine Art Gleichstellungsbeauftragte für Lerndende in Bildungseinrichtungen]. Ich musste auch mit nicht-weißen Lesern [also POC] sprechen, um sicherzugehen, dass ich kulturell sensibel war, vor allem in Bezug auf die Figuren von Adam Xu und Cam. Ich wollte also recherchieren, wie ich diese Leser darstelle und wie achtsam ich gegenüber ihrem kulturellen Hintergrund war. |
| 00:04:45 | 00:04:45 |
| [Question] #6: How has writing your book changed your perspective on writing or life in general? | Frage 6: Wie hat das Schreiben deines Buches deine Perspektive auf das Schreiben oder das Leben im Allgemeinen verändert? |
| I’ve been writing for a long time, since 2004 writing published novels. I think that being a writer makes me more curious when I’m out in the world, everything is story material. When people tell me about their lives, I really listen. I think in a more conscious and present way than I might if I weren’t an author, because everything I hear stays in my brain as potential material. Funny things, touching things, snippets of conversation. So I don’t know, if my perspective on writing or life is different because I’m an author, but my level of awareness, my openness to the world around me, is heightened, because I’m an author. | Ich schreibe schon sehr lange, seit 2004 habe ich Romane veröffentlicht. Ich glaube, dass ich als Schriftstellerin neugieriger bin als andere Menschen, wenn ich in der Welt unterwegs bin, denn alles ist Stoff für Geschichten. Wenn mir Menschen von ihrem Leben erzählen, höre ich wirklich zu. Ich denke viel bewusster und präsenter. Denn alles, was ich höre, bleibt als potenzielles Material in meinem Kopf: lustige Dinge, berührende Dinge, Gesprächsfetzen. Ich weiß zwar nicht, ob meine Perspektive auf das Schreiben oder das Leben eine andere ist, weil ich eine Autorin bin, aber ich besitze ein stärkeres Bewusstsein und eine größere Offenheit für die Welt um mich herum, weil ich eine Autorin bin. |
| 00:05:49 | 00:05:49 |
| [Question] #7: What are the most important lessons you learned while writing your book? | Frage 7: Was sind die wichtigsten Lektionen, die Sie beim Schreiben Ihres Buches gelernt haben? |
| Well, I think one of the lessons I learned was that the experience of sexual assault or sexual harassment or sexual misconduct for those who have been the victims of it is different for each person, that there is no one right reaction, there is no one right experience and that I couldn’t possibly encapsulate a universal experience of sexual assault. And that what I set out to do was to tell one girl’s story and to try to explain the ripple effect on everybody in her life, but that doesn’t mean I got it right, because there is no right. There is only personal experience. And I think writing this book has opened my mind to the nuances around that experience. And it’s been humbling because I have gotten some reactions from readers that surprised me and that opened my mind. And I’ll talk about that a little bit later. | Nun, ich denke, eine der Lektionen, die ich gelernt habe, war, dass die Erfahrung von sexuellem Übergriff oder sexueller Belästigung oder sexuellem Fehlverhalten für diejenigen, die Opfer davon geworden sind, für jede Person anders ist, dass es nicht die eine richtige Reaktion gibt, dass es nicht die eine richtige Erfahrung gibt und dass ich unmöglich eine universelle Erfahrung von sexuellem Übergriff abbilden kann. Ich habe mir vorgenommen, die Geschichte eines Mädchens zu erzählen und zu versuchen, die Auswirkungen auf alle Menschen in ihrem Leben zu erklären, aber das bedeutet nicht, dass ich es richtig gemacht habe, denn es gibt kein richtig. Es gibt nur persönliche Erfahrungen. Und ich denke, das Schreiben dieses Buches hat mir den Blick für die Nuancen dieser Erfahrung geöffnet. Und es war demütigend, weil ich einige Reaktionen von Lesern bekommen habe, die mich überrascht haben und die mir den Geist geöffnet haben. Und darüber werde ich später noch ein wenig sprechen. |
| 00:07:15 | 00:07:15 |
| [Question] #8. What were the biggest challenges you faced while writing the book? | Frage 8: Was waren die größten Herausforderungen, denen Sie beim Schreiben des Buches gegenüberstanden? |
| So I mentioned this, the cultural sensitivity. I needed to have sensitivity readers for Cam and Adam Xu, and I felt strongly that those readers be teenagers, not adults. So I actually found several readers who were of Chinese American descent or biracial to read the draft of the book and to tell me what I got right and what I got wrong, and where I was being insensitive, and whether my Chinese language translations were correct. So that was a challenge in that. | Das erwähnte ich ja schon, die kulturelle Sensibilität. Ich brauchte einfühlsame Leser für Cam und Adam Xu, und ich war fest davon überzeugt, dass diese Leser Teenager sein müssten, keine Erwachsenen. Ich habe also mehrere Leser gefunden, die chinesisch-amerikanischer Abstammung oder gemischter Abstammung waren, um sie den Entwurf des Buches lesen zu lassen und mir zu sagen, was ich richtig und was ich falsch gemacht habe, wo ich unsensibel war und ob meine Übersetzungen ins Chinesische korrekt waren. Das war also eine Herausforderung beim Schreiben speziell dieses Buches.. |
| I’ve never had to do that before and I really had to put aside my own ego about my writing in order to listen to what people had to say about how I had written those characters. I wanted Cam and Adam Xu to be multi-dimensional. I didn’t want them to be stereotypes and I certainly didn’t want to be insensitive to non-white readers, so this was new to me. I’d never had to do this kind of sensitivity check for myself as a writer. | Solche Maßnahmen habe ich zuvor noch nie ergreifen müssen, und ich musste wirklich und unbedingt mein eigenes Ego in Bezug auf mein Schreiben hintanstellen, um mir [vorurteilsfrei] anhören zu können, was die Leute dazu zu sagen hatten, wie ich die Figuren geschrieben hatte. Ich wollte, dass Cam und Adam Xu mehrdimensional sind. Ich wollte nicht, dass sie Stereotypen sind, und ich wollte auf keinen Fall unsensibel gegenüber nicht-weißen Lesern sein, das war also neu für mich. Ich habe noch nie zuvor diese Art von Sensibilitätsprüfung für mich als Autorin durchführen müssen. |
| 00:08:38 | 00:08:38 |
| [Question] #9: What has driven you to write this book? Have you yourself had any bad experiences with men that are reflected in the novel? | Frage 9: Was hat Sie dazu bewogen, dieses Buch zu schreiben? Haben Sie selbst schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht, die sich in dem Roman widerspiegeln? |
| Great question. So, I do have some experiences in my past that are upon reflection as an adult. They fall under the umbrella of non-consent. Nothing as dramatic as what happened to Nora in the book, but certainly, looking back, realizing things that happened in my youth that I didn’t fully consent to, that I didn’t… I wasn’t educated around. I didn’t have anybody talking to me about consent when I was young and what was appropriate and not appropriate to expect from boys. And I am now raising two teenage sons and one teenage daughter, and I want to talk openly with them about sex, and intimacy, and consent, and vulnerability, and owning your body and confidence in your body and all of those things. | Sehr gute Frage! Also, ich habe einige Erfahrungen in meiner Vergangenheit gemacht, über die ich als Erwachsene nachdenke. Sie fallen unter den Begriff der Nichteinwilligung. Nichts so Dramatisches, wie das, was Nora im Buch passiert, aber wenn ich zurückblicke, werden mir auf jeden Fall Dinge bewusst, die in meiner Jugend passiert sind, denen ich nicht ganz zugestimmt habe, die ich nicht… Ich war nicht aufgeklärt. Ich hatte niemanden, der mit mir über Einverständnis gesprochen hat, als ich jung war, und darüber, was man von Jungs erwarten kann und sollte und was nicht, und jetzt ziehe ich zwei Söhne im Teenageralter und eine Tochter im Teenageralter auf, und ich möchte offen mit ihnen über Sex und Intimität und Einverständnis und Verletzlichkeit und über das Recht am eigenen Körper und das das eigene Körperbewusstsein und all diese Dinge sprechen. |
| I think that I was driven to write this book, because I am a mom of both boys and girls, and because of my experiences growing up. I want them to have a different experience of dating and sex than I did, a more open and transparent and confident experience, and I wanted to open the conversation about these topics, which are really hard sometimes for parents and kids to talk about together. But I wanted this book to be a jumping off point for some tough conversations and some important conversations. | Ich denke, dass ich dieses Buch schreiben musste, weil ich sowohl eine Mutter von Jungen als auch von Mädchen bin und wegen meiner eigenen Erfahrungen beim Aufwachsen. Ich möchte, dass sie eine andere Erfahrung mit Dating und Sex machen als ich, eine offenere, transparentere und selbstbewusstere Erfahrung, und ich wollte das Gespräch über diese Themen eröffnen, über die es für Eltern und Kinder manchmal wirklich schwierig ist, gemeinsam zu sprechen. Aber ich wollte, dass dieses Buch als Ausgangspunkt für einige schwierige, aber auch wichtige Gespräche dient. |
| 00:10:26 | 00:10:26 |
| [Question] #10: The thread that runs through the book is the question of whether Nora should make the sexual assault public. Do you want [/make] others (your readers) aware of this problem? | Frage 10: Der rote Faden, der sich durch das Buch zieht, ist die Frage, ob Nora den sexuellen Übergriff öffentlich machen sollte. Wollen Sie, dass andere (Ihre Leser) sich dieses Problems bewusst werden? |
| Yeah, this is so tricky. Because I think for someone who’s gone through a sexual assault, that person has the choice and the right to decide to talk about it, not talk about it, get therapy, handle it personally, report it, not report it, make it public, not make it public. It’s no one’s decision but that persons’, how they handle it. | Ja, das ist sehr heikel. Denn ich denke, dass jemand, der einen sexuellen Übergriff erlebt hat, die Wahl und das Recht zu entscheiden hat, darüber zu sprechen, nicht darüber zu sprechen, eine Therapie zu machen, persönlich damit umzugehen, es zu melden, es nicht zu melden, es öffentlich zu machen, es nicht öffentlich zu machen. Es ist allein die Entscheidung dieser Person, wie sie damit umgeht. |
| There is still such a stigma around reporting sexual assault. And I think one of the missteps I made In this book, was not having anybody call Cam out and her insistence that Nora make this public and Cam railroading Nora sort of going against Nora’s instincts, which was to forget what happened, under the guise of protecting other girls and women from the same fate. I would have been more responsible to have somebody in the book call Cam out and say it’s not your decision, it’s Nora’s decision. | Es ist immer noch ein Stigma, sexuelle Übergriffe zu melden. Und ich glaube, einer der Fehler, die ich in diesem Buch gemacht habe, war, dass ich Cam nicht durch irgendjemanden zur Rede stellen lasse und dass sie darauf besteht, dass Nora die Sache öffentlich macht, und dass Cam Nora sozusagen gegen ihre Instinkte aufhetzt, nämlich zu vergessen, was passiert ist, unter dem Vorwand, Mädchen und Frauen vor demselben Schicksal zu bewahren. Ich wäre verantwortungsvoller und umsichtiger gewesen, wenn ich jemanden im Buch Cam hätte sagen lassen, dass es nicht ihre Entscheidung ist, sondern allein Noras Entscheidung. |
| But I also think it’s important, that people read the book and recognize that and have a conversation about it. I think this really happens. I know what happens that when somebody undergoes the sexual assault, the people around them have a whole host of reactions to that, and out of their love for that person they might do what Cam does, which is to say we have to make this public. We have to make these boys pay. And that is only one choice about how to handle it. | Aber ich denke auch, dass es wichtig ist, dass die Leute das Buch lesen und das erkennen und ein Gespräch darüber führen. Ich glaube, das passiert wirklich. Ich weiß, dass, wenn jemand einen sexuellen Übergriff erlebt, die Menschen um ihn herum eine ganze Reihe von Reaktionen darauf haben, und aus Liebe zu dieser Person tun sie vielleicht das, was Cam tut, indem sie nämlich sagen: Wir müssen das öffentlich machen. Wir müssen diese Jungs zur Rechenschaft ziehen. Aber das ist nur eine Möglichkeit, wie man damit umgehen kann. |
| I think the most important thing is to honor the survivor’s thoughts, opinions, feelings, and to not go against them, hard as though that; hard as that may be, it’s a really complicated issue. And yes, I do want to make others, readers, everyone aware of this problem. There’s no question: everybody should be having this conversation. | Ich denke, das Wichtigste ist, die Gedanken, Meinungen und Gefühle der Überlebenden zu respektieren und sich nicht gegen sie zu stellen, so schwer das auch sein mag, denn es ist ein wirklich kompliziertes Thema. Und ja, ich möchte andere, Leser, aber auch alle anderen auf dieses Problem aufmerksam machen. Es steht außer Frage: Jede und jeder sollte dieses Gespräch führen. |
| 00:13:01 | 00:13:01 |
| [Question] #11: How can we encourage young people to talk about sexual assault. | Frage 11: Wie können wir junge Menschen ermutigen, über sexuelle Übergriffe zu sprechen. |
| This is IT, right? This book is making you talk about sexual assault. Me writing this book is making me think about the issues and talk about them more openly with my own kids, with my friends, with anybody who asks me about the book. | Das ist genau das, worum es geht, nicht wahr? Dieses Buch bringt dich dazu, über sexuelle Übergriffe zu sprechen. Dass ich dieses Buch geschrieben habe, bringt mich dazu, über seine Themen nachzudenken und mit meinen eigenen Kindern, mit meinen Freunden und mit jedem, der mich nach dem Buch fragt, offener über jene Themen zu sprechen. |
| I think this should be part of the curriculum in every high school. I would encourage parents to talk to their kids about consent. This has to be an ongoing conversation. It’s not just ONE conversation. It is something we should be talking about in not just American culture – in all cultures, about body autonomy and owning our bodies and getting the choice to engage or not engage in sexual connection. | Ich finde, das Thema sollte in jeder High School auf dem Lehrplan stehen. Ich würde Eltern ermutigen, mit ihren Kindern über das Thema Einwilligung zu sprechen. Das muss ein ständiges Thema sein. Es ist nicht nur ein einziges Gespräch. Es ist etwas, worüber wir nicht nur in der amerikanischen Kultur, sondern in allen Kulturen sprechen sollten: über die Autonomie des Körpers, über das Eigentum an unserem Körper und über die Entscheidung, ob wir uns auf eine sexuelle Beziehung einlassen oder nicht. |
| We need to encourage our kids to talk about these things. It shouldn’t be shameful. It shouldn’t be taboo. It should be part of the zeitgeist, part of the dialogue, always when we’re talking about relationships. | Wir müssen unsere Kinder ermutigen, über diese Dinge zu sprechen. Das sollte nicht schambehaftet sein. Es sollte kein Tabu sein. Es sollte Teil des Zeitgeistes sein, Teil des Dialogs, immer wenn wir über Beziehungen sprechen. |
| 00:14:19 | 00:14:19 |
| [Question] #12: In which areas of everyday life do you clearly see that we live under male dominated structures? Could they be potential topics for your former [sic!] books?
[Of course what here occurred was a mistake in translating the question from its Original German idea to written English, but Natasha Friend realized it and corrected it at the beginning of her answer.] |
Frage 12: In welchen Bereichen des täglichen Lebens sehen Sie deutlich, dass wir in männlich dominierten Strukturen leben? Könnten das mögliche Themen für Ihre früheren [sic!] Bücher sein?
[Hier ist eine Fehlformulierung der englischen Frage geschehen, die Natasha Friend aber auffiel, wie sie gleich eingangs bemerkt.] |
| I think you mean no former books – those are my past books –, [you mean my] upcoming books, they’re future books. | Ich denke, Ihr meint nicht frühere Bücher – das wären meine früheren Bücher –, [Ihr meint meine] nächsten Bücher, also meine zukünftigen Bücher. |
| I think there is evidence of male dominated structure everywhere we look in politics, in schools, in businesses, at least in the US, I can speak to this. We are still a male dominated society. | Ich denke, es gibt überall Hinweise auf männerdominierte Strukturen, in der Politik, in Schulen, in Unternehmen, zumindest in den USA, das kann ich bestätigen. Wir sind immer noch eine von Männern dominierte Gesellschaft. |
| I think the shift is happening. But it’s happening slowly and I think there needs to be a push for more women in leadership roles and in power. In the school where I work, there aren’t enough women at the top. And having more balanced leadership or even female-centric leadership will change the culture, of how girls and women are treated. That trickle-down effect is real, and it’s important. | Ich denke, der Wandel vollzieht sich. Aber es geht nur langsam voran, und ich denke, wir müssen mehr Frauen in Führungspositionen und in Machtpositionen bringen. In der Schule, in der ich arbeite, gibt es nicht genug Frauen an der Spitze. Und eine ausgewogenere oder sogar frauenzentrierte Führung wird die Kultur, wie Mädchen und Frauen behandelt werden, verändern. Dieser „Durchsickereffekt“ ist real, und er ist wichtig. |
| (I lost my place…) | (Ich habe den Faden verloren…) |
| Yeah, I think there are lots of potential topics around gender roles and the power dichotomy between the genders, there’s lots to explore in future books and I am open to ideas. So if any of you have suggestions for me, send them my way. | Ja, ich denke, es gibt viele potenzielle Themen rund um Geschlechterrollen und die Machtdichotomie zwischen den Geschlechtern, es gibt viel zu erforschen in zukünftigen Büchern und ich bin offen für Ideen. Wenn also jemand von euch Vorschläge für mich hat, schickt sie mir zu. |
| 00:15:52 | 00:15:52 |
| [Question] #13: Do you think sexism is a big problem in schools? | Frage 13: Glauben Sie, dass Sexismus ein großes Problem in Schulen ist? |
| You know, I think it varies. I think there are some schools who are really taking this on, are being very cognizant and thoughtful. I also think there’s really subtle sexism that happens in the classroom. With teachers calling on boys more than girls or responding differently to boys and girls in the classroom. I think sexism can be insidious and there can be microaggressions of sexism. So in a…, in a PE class, a physical education class, a teacher might tell a boy you throw like a girl, that is blatant sexism, but I think it’s accepted as something that’s universally used, at least in the United States, as a teasing way to tell a male that he’s not a good athlete, while insulting girls and women at the same time. So we need to heighten our awareness around those kinds of comments and empower each other to stand up and say that’s not OK. So that’s part of the education that has to start at a really young age. | Wisst Ihr, ich denke, das variiert. Ich denke, dass es einige Schulen gibt, die sich wirklich damit befassen und diesbezüglich sehr aufmerksam und bedacht sind. Ich glaube auch, dass es einen sehr subtilen Sexismus gibt, der im Klassenzimmer stattfindet. Wenn Lehrer mehr Jungen als Mädchen drannehmen oder im Unterricht unterschiedlich auf Jungen und Mädchen reagieren, kann Sexismus heimtückisch sein, und es kann Mikroaggressionen von Sexismus geben. Wenn ein Lehrer einem Jungen im Sportunterricht sagt: „Du wirfst wie ein Mädchen“, dann ist das ein unverhohlener Sexismus, aber ich denke, dass dies zumindest in den Vereinigten Staaten allgemein akzeptiert wird, um einen Jungen aufzuziehen und ihm zu sagen, dass er kein guter Sportler ist, während man damit gleichzeitig Mädchen und Frauen beleidigt. Deshalb müssen wir unser Bewusstsein für diese Art von Kommentaren schärfen und uns gegenseitig ermutigen, aufzustehen und zu sagen, dass das nicht in Ordnung ist. Das ist deshalb ein Teil der Erziehung, der schon in sehr jungen Jahren beginnen muss. |
| 00:17:17 | 00:17:17 |
| [Question] #14: What do you think needs to change in the education of children to reduce sexism? | Frage 14: Was muss sich Ihrer Meinung nach in der Erziehung der Kinder ändern, um den Sexismus zu verringern? |
| So that’s a follow up to the question before. I think this starts at a really young age in preschool or nursery school classrooms. The idea of toys being gendered, that girls play with dolls and boys play with trucks – that’s the beginning of sexism, and of that binary of what boys are allowed to do and what girls are allowed to do. | Das knüpft an die vorherige Frage an. Ich denke, das fängt schon in der Vorschule oder im Kindergarten an. Die Vorstellung, dass Spielzeug geschlechtsspezifisch ist, dass Mädchen mit Puppen und Jungen mit Lastwagen spielen – das ist der Beginn von Sexismus und dieser binären Vorstellung, was Jungen und was Mädchen tun dürfen. |
| And what I would like to see is more openness from the very beginning about sex and gender, and to not indoctrinate our children into having to behave a particular way, that idea that girls are soft and sensitive and boys are tough and strong. | Ich würde mir wünschen, dass wir von Anfang an offener mit dem Thema Sex und Gender umgehen und unseren Kindern nicht vorschreiben, wie sie sich zu verhalten haben, dass grundsätzlich Mädchen weich und sensibel und Jungen hart und stark sind. |
| We can all be all of those things. And so the conversation around gender roles starts early and the conversation around consent needs to start early, too. Teaching our children to ask before touching each other, to ask before giving some a hug or a kiss, not to force our children to hug or kiss the adults in their life, that they have a right to say no. That education starts young and it’s got to be enforced and enforced and enforced until kids have the confidence to say those words, say „No, I don’t want you to touch me”, „No, this is my body”. That starts early. | Wir können alle all diese Dinge sein. Das Gespräch über die Geschlechterrollen beginnt also schon früh, und auch das Gespräch über die Einwilligung muss früh beginnen. Wir müssen unseren Kindern beibringen, dass sie fragen müssen, bevor sie einander berühren, dass sie fragen müssen, bevor sie jemanden umarmen oder küssen, dass die Erwachsenen in ihrem Leben sie nicht dazu zwingen dürfen, sie zu umarmen oder zu küssen, dass sie das Recht haben, Nein zu sagen. Diese Erziehung beginnt in jungen Jahren und muss immer wieder und immer wieder mit Nachdruck aufgefrisacht werden, bis die Kinder das Selbstvertrauen haben, diese Worte auszusprechen, zu sagen: „Nein, ich will nicht, dass du mich anfasst“, „Nein, das ist mein Körper“. Das fängt früh an. |
| 00:18:59 | 00:18:59 |
| [Question] #15: Do you intentionally create such anti-stereotypes for the main characters that you virtually swapped the classically typical male and female characteristics of Cam and Asher? If so, why? | Frage 15: Haben Sie die Hauptfiguren absichtlich so stereotypisiert, dass Sie die klassisch typischen männlichen und weiblichen Eigenschaften von Cam und Asher praktisch vertauscht haben? Wenn ja, warum? |
| Yeah, absolutely I did that. I didn’t want every character in my book to be a stereotype. | Ja, das habe ich auf jeden Fall getan. Ich wollte nicht, dass jede Figur in meinem Buch ein Stereotyp ist. |
| I wanted some characters to embody stereotypical gender roles, and I wanted others not to, so that we could have this very conversation. | Ich wollte, dass einige Figuren stereotype Geschlechterrollen verkörpern und andere nicht, damit wir genau dieses Gespräch führen können. |
| It’s hard to buck the system, when you’re in a town or a city or a culture, where those gender roles are so strictly drawn. And so I wanted to play around with those and make it obvious that there were some characters who were really following them and others who were doing something different, following a different path. And to play them against each other and see what happens, that was deliberate. | Es ist schwer, sich dem System zu widersetzen, wenn man sich in einer Stadt oder einer Kultur befindet, in der die Geschlechterrollen so streng festgelegt sind. Ich wollte also mit diesen Rollen spielen und deutlich machen, dass es einige Figuren gibt, die ihnen wirklich folgen, und andere, die etwas anderes tun, einen anderen Weg gehen. Und sie gegeneinander auszuspielen und zu sehen, was passiert, das war beabsichtigt. |
| 00:20:07 | 00:20:07 |
| [Question] #16: How did you come up with the idea for the game „18 holes“? | Frage Nr. 16: Wie sind Sie auf die Idee für das Spiel „18 Löcher“ gekommen? |
| So this kind of developed over time, I didn’t have the name or the game in mind fully, when I started writing the book, but I’ve always been fascinated by that Greek culture, the Greek system, fraternities and sororities in colleges, and that group mentality, that diffusion of responsibility for ethics and morals, and when I came up with the idea for the game, it just seemed to me, it was something that could have developed out of the fraternity system, where sexual assault is prevalent, and where college males are pressured into doing things in the name of the group. | Ich hatte den Namen oder das Spiel noch nicht vollständig im Kopf, als ich anfing, das Buch zu schreiben, aber ich war schon immer fasziniert von der griechischen Kultur, dem griechischen System, den Burschenschaften und Schwesternschaften an den Colleges und von der Gruppenmentalität, dieser Aufteilung der [institutionellen] Verantwortlichkeiten für Ethik und Moral. Als ich die Idee für das Spiel hatte, schien es mir etwas zu sein, das sich aus dem System der Studentenverbindungen entwickelt haben könnte, in dem sexuelle Übergriffe weit verbreitet sind und in dem männliche Studenten unter Druck gesetzt werden, Dinge im Namen der Gruppe zu tun. |
| And I also grew up in a small town very similar to the town in the book, where the college golf course was central to the town and where things happened at night under the cloak of darkness, that adults in the town didn’t know about, and the idea of having that be the setting for Nora’s sexual assault, and for at least symbolically be the game that the eighteen holes weren’t literal, but these college boys turning the idea of a golf game into a game of sexual conquering, felt realistic to me, felt like something that could actually happen. | Und ich bin in einer der Stadt im Buch sehr ähnlichen Kleinstadt aufgewachsen, in der der College-Golfplatz das Zentrum der Stadt war und in der nachts im Schutze der Dunkelheit Dinge geschahen, von denen die Erwachsenen in der Stadt nichts wussten, und die Idee, dass dies der Schauplatz für den sexuellen Übergriff auf Nora sein könnte, und nicht zuletzt auch die Idee, dass das Spiel Golf, dass die achtzehn Löcher nicht wörtlich zu nehmen sind, sondern dass diese College-Jungs die Idee eines Golfspiels in ein Spiel der sexuellen Eroberung verwandeln, kamen mir realistisch vor, das fühlte sich an wie etwas, das tatsächlich passieren könnte. |
| 00:21:52 | 00:21:52 |
| [Question] #17: Which character in the novel do you identify [with] most, which has the most of you in it? | Frage 17: Mit welcher Figur des Romans identifizieren Sie sich am meisten, welche Figur hat am meisten von dir? |
| Oh gosh, great question. | Oh, Donnerwetter, tolle Frage. |
| This may be a little bit of a cop-out of an answer, but it’s true: There is a little bit of me in each one of the characters that I wrote in this book and of every character that I’ve ever written, they’re all a little bit of me. | Das ist vielleicht eine etwas ausweichende Antwort, aber es ist wahr: In jeder der Figuren, die ich in diesem Buch geschrieben habe und in jede Figur, die ich jemals geschrieben habe, steckt ein bisschen von mir, sie alle sind zu einem kleinen Teil ich. |
| Cam is the person I’d like to be most, that if I had to do over to be a teenager, I would want to be more like Cam. Uhm, as a teenager I was probably more like Nora. And I want every boy to have more Adam Xu in them. | Cam ist die Person, die ich am liebsten wäre. Wenn ich noch einmal ein Teenager sein müsste, wäre ich gerne mehr wie Cam. Ähm, als Teenager war ich wahrscheinlich eher wie Nora. Und ich möchte, dass jeder Junge mehr Adam Xu in sich hat. |
| jlkI think, yeah, I’m all of them. I’m all of those characters. I am Nora’s innocence and naiveté, and I am Cam’s righteousness, but I have developed Cam’s righteousness over time. I am more like Cam as an adult than I ever was as a teenager. | Ich denke, ja, ich bin alle von ihnen. Ich bin all diese Charaktere. Ich bin Noras Unschuld und Naivität, und ich bin Cams Rechtschaffenheit, aber ich habe Cams Rechtschaffenheit erst mit der Zeit entwickelt. Ich bin Cam als Erwachsene ähnlicher, als ich es jemals als Teenager war. |
| 00:23:11 | 00:23:11 |
| [Question] #18: How important was it to you to have a feminist character in your novel? | Frage 18: Wie wichtig war es für Sie, eine feministische Figur in Ihrem Roman zu haben? |
| Very important. Cam is central to this storyline, and Cam’s mom, who I think created that streak in Cam, modeled it and formed it in Cam with her openness of talking about sex. | Sehr wichtig. Cam steht im Mittelpunkt der Handlung, und Cams Mutter, die, wie ich glaube, diese Ader in Cam geweckt hat, hat sie mit ihrer Offenheit, über Sex zu sprechen, vorgelebt und geformt. |
| Yeah, I need a Cam to be a voice that I don’t think girls always hear from other girls or from the women in their life. I needed a foil for the way that Nora was raised. | Ja, ich brauchte eine Cam als Stimme, die Mädchen meiner Meinung nach nicht immer von anderen Mädchen oder von den Frauen in ihrem Leben hören. Ich brauchte eine Folie* für die Art und Weise, wie Nora erzogen wurde. |
| * Im Sinne von Hintergrund, vor dem sich das besonders Hervorzuhebende deutlicher abzeichnet; im übertragenen Sinne gebrauchte Ableitung vom lateinischen folium=Blatt, hier als „ursprüngliche Bezeichnung für ein metallenes Glanzplättchen als Unterlage für gefasste Edelsteine“ (Quelle: Lemma Folie bei Duden.de)
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| 00:23:54 | |
| [Question] #19: Why is the feminist of all people a person of color and the most powerful and most self-confident character in the novel? Is that supposed to have a deeper meaning? | Frage 19: Warum ist ausgerechnet die einzige Feministin im Roman eine Person of Color und die stärkste und selbstbewussteste Figur des Romans? Soll das eine tiefere Bedeutung haben? |
| Uh, not a deeper meaning, but there is a shift in our culture away from white voices, and I think that shift is important. And I deliberately, in the writing of this book, chose to create some non-white characters. | Äh, keine tiefere Bedeutung, aber es gibt in unserer Kultur eine Verschiebung weg von weißen Stimmen, und ich denke, diese Verschiebung ist wichtig. Und ich habe mich beim Schreiben dieses Buches ganz bewusst dafür entschieden, einige nicht-weiße Charaktere zu schaffen. |
| And again, I had to do that so carefully and sensitively so as not to culturally appropriate those non-white voices. But I wanted Cam to not be white. I wanted her to be a strong voice for girls and women, and I wanted Nora to learn from her. | Und auch hier musste ich sehr vorsichtig und sensibel vorgehen, um diese nicht-weißen Stimmen mir nicht kulturell anzueignen. Aber ich wollte, dass Cam nicht weiß ist. Ich wollte, dass sie eine starke Stimme für Mädchen und Frauen ist, und ich wollte, dass Nora von ihr lernt. |
| I could have had all white characters. Cam didn’t have to be biracial. But by writing her as non-white, I’m sending a message that I think is important. And especially in the way that power and culture and race historically have affected us in the US – I don’t know about Germany, but – I want to be a part of the movement, I want to be a part of the change. And Cam is part of that. She’s one of my favorite characters. | Ich hätte auch ausschließlich weiße Charaktere nehmen können. Cam hätte nicht zwangsläufig „gemischtrassisch“ sein müssen. Aber indem ich sie als nicht-weiße Figur geschrieben habe, habe ich eine Botschaft vermittelt, die ich für wichtig halte. Und besonders in der Art und Weise, wie Macht und Kultur und Rasse uns in den USA historisch beeinflusst haben – ich weiß nicht, wie es in Deutschland ist, aber… – ich möchte ein Teil der Bewegung sein, ich möchte ein Teil der Veränderung sein. Und Cam ist ein Teil davon. Sie ist eine meiner Lieblingsfiguren. |
| 00:25:37 | 00:23:54 |
| [Question] #20: Although you have deviated strongly from the social norms with all the other main characters, you have refrained from doing so with Nora and described her as a girl who pretty much conforms to all the social norms. Can you explain why you wrote your main character so normal? | Frage 20: Obwohl Sie bei allen anderen Hauptfiguren stark von den gesellschaftlichen Normen abgewichen sind, haben Sie bei Nora darauf verzichtet und sie als ein Mädchen beschrieben, das so ziemlich allen gesellschaftlichen Normen entspricht. Können Sie erklären, warum Sie Ihre Hauptfigur so normal geschrieben haben? |
| Yeah, so as I said earlier, it was important for me to have characters who followed the norms and characters who rebelled against them. And so Nora is what I imagined to be every girl. So that sort of run-of-the-mill standard teenage girl, who doesn’t rock the boat, who kind of just follows the way she’s been raised, who gets good grades, who has good friends, who does what she’s been told. She is the perfect set-up for what has happened to her, because she trusts people, she’s innocent, she doesn’t think about the things. That would have protected her from this happening to her, so she almost had to be a typical teenage girl for this story to play out the way that it did. | Ja, wie ich schon sagte, war es mir wichtig, Figuren zu haben, die den Normen folgen, und Figuren, die dagegen rebellieren. Nora ist also das, was ich mir für jedes Mädchen vorgestellt habe. Sie ist also ein ganz normales Teenager-Mädchen, das nicht aufmuckt, das einfach so tut, wie es erzogen wurde, das gute Noten hat, das gute Freunde hat, das tut, was man ihm sagt. Sie ist der perfekte Fall für das, was ihr passiert ist, denn sie vertraut den Menschen, sie ist unschuldig, sie denkt nicht über die Dinge nach. Das hätte sie davor bewahrt, dass ihr so etwas passiert, also musste sie fast ein typisches Teenager-Mädchen sein, damit sich die Geschichte so abspielt, wie sie es tat. |
| I wanted the majority of my readers to be able to relate to Nora, to be able to say „That’s me, and look what happened to a girl just like me.“ | Ich wollte, dass die meisten meiner Leser sich in Nora hineinversetzen können, dass sie sagen können: „Das bin ich, und schau, was einem Mädchen wie mir passiert ist.“ |
| 00:27:18 | 00:27:18 |
| [Question] #21: Why did you want Asher to give up his sports career to become an artist, a painter, when almost every young person in favor is on a sports team and Asher has so much talent? Couldn’t he support Cam and Nora, even if he were an athlete, as Cam is? | Frage 21: Warum wollten Sie, dass Asher seine Sportkarriere aufgibt, um Künstler, Maler zu werden, wo doch fast jeder junge Mensch in Gunst in einem Sportteam ist und Asher so viel Talent hat? Könnte er Cam und Nora nicht unterstützen, selbst wenn er ein Sportler wäre, wie Cam es ist? |
| Yeah, of course. Any character could have stepped up and supported Nora. | Ja, natürlich. Jeder Charakter hätte auftauchen und Nora unterstützen können. |
| I wanted Asher to be a foil for his dad. So Rhett, stereotypical jock, athlete guys’ guy, boys will be boys… – all the stereotypes about a strong male in America. | Ich wollte, dass Asher ein Gegenpol zu seinem Vater ist. Also Rhett, der stereotype Sportler, der Typ von den Jungs, die Jungs bleiben Jungs… – all die Klischees über einen starken Mann in Amerika. |
| Asher, having all of the makings of a talented athlete who could have gone that route, following his heart and becoming an author [sic!] and also going against his dad, was such an important statement for me to make for all the male readers out there who have dads like Rhett and who could go the stereotypical male athlete path, but feel like that isn’t right for them. I wanted them to be able to read a character, who chooses a different path, who has the courage to choose a different path. | Asher, der alle Voraussetzungen für einen talentierten Sportler mitbringt, der diesen Weg hätte einschlagen können, seinem Herzen folgt und Autor wird und sich auch gegen seinen Vater stellt, war für mich ein so wichtiges Statement für all die männlichen Leser da draußen, die Väter wie Rhett haben und die den stereotypen Weg eines männlichen Sportlers einschlagen könnten, aber das Gefühl haben, dass das nicht das Richtige für sie ist. Ich wollte, dass sie eine Figur lesen können, die einen anderen Weg wählt, die den Mut hat, einen anderen Weg zu wählen. |
| It was important to me that Asher be able to do that. And I love playing him against Cam, who is not only a strong female character and a feminist, but also a phenomenal athlete, so I was playing around with all of these tropes and just sort of mixing it up. | Es war mir wichtig, dass Asher dazu in der Lage ist. Und ich liebe es, ihn gegen Cam antreten zu lassen, die nicht nur eine starke Frauenfigur und eine Feministin ist, sondern auch eine phänomenale Sportlerin, so dass ich mit all diesen Tropen herumgespielt und sie irgendwie durcheinander gebracht habe. |
| I could have done it differently. I could have made any other character go against the system, but this was just what I chose to do and the fact that you’re asking these questions, tells me that these choices were provocative, and that was part of my intention. | Ich hätte es auch anders machen können. Ich hätte jede andere Figur gegen das System aufbegehren lassen können, aber ich habe mich einfach dafür entschieden, und die Tatsache, dass Sie diese Fragen stellen, zeigt mir, dass diese Entscheidungen provokativ waren, und das war Teil meiner Absicht. |
| 00:29:26 | 00:29:26 |
| [Question] #22: Why doesn’t a love story develop between Nora and her rescuer Adam Xu, although there are so many indications of it? | Frage 22: Warum entwickelt sich keine Liebesgeschichte zwischen Nora und ihrem Retter Adam Xu, obwohl es so viele Anzeichen dafür gibt? |
| That’s a great question, because when I started writing this book, I thought, that they were going to be together by the end. | Das ist eine gute Frage, denn als ich anfing, dieses Buch zu schreiben, dachte ich, dass sie am Ende zusammen sein würden. |
| But as the story unfolded, I thought it was actually more important that they become friends, that this not become a romance. | Aber als sich die Geschichte entwickelte, dachte ich, dass es eigentlich wichtiger wäre, dass sie Freunde werden, dass es nicht zu einer Romanze wird. |
| For those two anyway, we do have romance, we’ve got Cam and Asher. | Für die beiden gibt es sowieso eine Romanze, wir haben Cam und Asher. |
| But male-female friendship is so powerful. Some of my male friends in high school were my BEST friends. And it’s a different kind of friendship from the friendship I had with my girlfriends. And I thought the choice to make them dear friends, at the end, friends, who have been through something powerful and traumatic and vulnerable, was more important. | Aber die Freundschaft zwischen Männern und Frauen ist so stark. Einige meiner männlichen Freunde in der Highschool waren meine besten Freunde. Und das ist eine andere Art von Freundschaft als die, die ich mit meinen Freundinnen hatte. Und ich dachte, dass die Entscheidung, sie zu lieben Freunden zu machen, die etwas Gewaltiges, Traumatisches und Verletzliches durchgemacht haben, am Ende wichtiger war. |
| I want to see more boys step up for the girls and their lives and not because they’re in love with them or want to have romantic relationships with them, but because they value them and they’re standing up for them as friends. They’re not rescuing them, they’re standing with them and for them. | Ich möchte, dass sich mehr Jungen für die Mädchen und ihr Leben einsetzen, und zwar nicht, weil sie in sie verliebt sind oder eine romantische Beziehung mit ihnen eingehen wollen, sondern weil sie sie schätzen und als Freunde für sie einstehen. Sie retten sie nicht, sie stehen zu ihnen und für sie ein. |
| So I love that choice and I think it’s open-ended. I mean if I were to write a sequel to this book, maybe Nora and Adam Xu would discover each other in a different way, a more romantic way. But not in this chapter of the book or this first incarnation of the book, their friendship holds all the power here. | Ich liebe diese Entscheidung, und ich denke, sie ist offen. Ich meine, wenn ich eine Fortsetzung zu diesem Buch schreiben würde, würden Nora und Adam Xu einander vielleicht auf eine andere, romantischere Weise entdecken. Aber nicht in diesem Kapitel des Buches oder dieser ersten Inkarnation des Buches, ihre Freundschaft hat hier die ganze Macht. |
| 00:31:37 | 00:31:37 |
| [Question] #23: Why did Nora’s father, Rhett, of all people, have to be the one to have invented the initiation game „18 holes“? | Frage 23: Warum musste ausgerechnet Noras Vater, Rhett, das Einweihungsspiel „18 Löcher“ erfunden haben? |
| I mean that’s…, that’s the whole crux of the book is Nora’s dad, who was her hero, her role model, the man in the town and on the college campus that everyone looked up to, to be the one who created this game. It’s the ultimate disillusionment. | Ich meine, das ist der…, der ganze Kern des Buches ist Noras Vater, der ihr Held war, ihr Vorbild, der Mann in der Stadt und auf dem College-Campus, zu dem alle aufschauten. Derjenige zu sein, der dieses Spiel erfunden hat, das ist die ultimative Enttäuschung. |
| And it’s the ultimate opportunity for us to look at systems, that had been in place for millenia, power structures that have been handed down from generation to generation, and the impact that those have on, you know, children, grandchildren, great grandchildren. | Und es ist die ultimative Gelegenheit für uns, Systeme zu betrachten, die seit Jahrtausenden bestehen, Machtstrukturen, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden, und die Auswirkungen, die diese auf Kinder, Enkel und Urenkel haben. |
| It had to be Rhett. I mean, it could have been anybody else, and Rhett could have just been a follower. But the book is so much more powerful because he was the initiator of this game, that it requires so much unpacking into why he did what he did, how he grew up, what he experienced in this fraternity, why he felt he had to become this kind of person, the pressure he was under socially. | Es musste Rhett sein. Ich meine, es hätte auch jeder andere sein können, und Rhett hätte einfach ein Mitläufer sein können. Aber das Buch ist so viel aussagekräftiger, weil er der Initiator dieses Spiels war, dass man so viel auspacken muss, um herauszufinden, warum er tat, was er tat, wie er aufwuchs, was er in dieser Bruderschaft erlebte, warum er das Gefühl hatte, so werden zu müssen, unter welchem sozialen Druck er stand. |
| Again, the diffusion of responsibility to stand up and say this is wrong. The story would not have been as impactful, if Rhett hadn’t been the creator of the game. | Auch hier wird die Verantwortung, aufzustehen und zu sagen, dass dies falsch ist, weitergegeben. Die Geschichte wäre nicht so eindringlich gewesen, wenn Rhett nicht der Schöpfer des Spiels gewesen wäre. |
| 00:33:34 | |
| [Question] #24: Why is Nora so inhibited when it comes to the subject of „my body“, even though she’s had Camille Dodd by her side all her life? And did Diane never teach Nora anything about the private parts? Is Diane a bad mother in your eyes? | Frage 24: Warum ist Nora so gehemmt, wenn es um das Thema „mein Körper“ geht, obwohl sie ihr ganzes Leben lang Camille Dodd an ihrer Seite hatte? Und hat Diane Nora nie etwas über den Intimbereich beigebracht? Ist Diane in deinen Augen eine schlechte Mutter? |
| So I’ll answer these in reverse order.
Diane’s not a bad mother. She was probably raised the same way [as she herself is raising Nora] and I think it’s not uncommon for parents to want to protect their children from the harsh reality of life and adulthood. And one of those harsh realities is, how girls and women are sometimes treated by boys and men, and the inclination to keep our kids young and innocent as long as we possibly can, is real. |
Also, diese Fragen werde ich in umgekehrter Reihenfolge beantworten.
Diane ist keine schlechte Mutter. Sie wurde wahrscheinlich genauso erzogen [wie sie ihrerseits Nora erzieht], und ich denke, es ist nicht ungewöhnlich, dass Eltern ihre Kinder vor der harten Realität des Lebens und des Erwachsenseins schützen wollen. Und eine dieser harten Realitäten ist, wie Mädchen und Frauen manchmal von Jungen und Männern behandelt werden, und die Neigung, unsere Kinder so lange wie möglich jung und unschuldig zu halten, ist real. |
| So I have struggled with this as a mom myself like part of me wants to keep my kids in a bubble and to hide reality from them. But the smarter, more thoughtful parent in me knows, that the way to protect my kids is to educate them. And so Cam’s Mom, Imani, takes THAT tactic. She’s like the way I raise a strong, confident daughter is to teach her everything there is to know about sex, to make bodies a topic of openness, to not shame her, to give her her power, in terms of her body, both in terms of pleasure and in terms of the ability to say no. | Also, als Mutter habe ich auch selbst damit zu kämpfen, denn ein Teil von mir möchte meine Kinder in einer Blase halten und die Realität vor ihnen verbergen. Aber der klügere, nachdenklichere elterliche Teil in mir weiß, dass der [beste] Weg, meine Kinder zu schützen, darin besteht, sie zu erziehen. Und so wendet Cams Mutter, Imani, diese Taktik an. Sie sagt sich: „Der beste Weg, meine Tochter zu einem starken, selbstbewussten Menschen zu erziehen, ist, dass ich ihr alles beibringe, was es über Sex zu wissen gibt, dass ich das Thema Körper als eines behandle, das man offen ansprechen kann, indem ich sie nicht beschäme, indem ich ihr die Macht über ihren Körper gebe, sowohl was das Vergnügen als auch was die Fähigkeit betrifft, Nein zu sagen. |
| So I think that Nora was more influenced by her mother than by Cam and probably embodied some shame around bodies from her mother, and I don’t think that’s uncommon. I think that a lot of girls are taught, that bodies are private, that talking about bodies is private, that it’s embarrassing to talk about our bodies, that it’s shameful. | Ich denke also, dass Nora mehr von ihrer Mutter als von Cam beeinflusst wurde und wahrscheinlich von ihrer Mutter ein gewisses Schamgefühl in Bezug auf ihren Körper übernommen hat, und ich glaube nicht, dass das ungewöhnlich ist. Ich glaube, vielen Mädchen wird beigebracht, dass Körper privat sind, dass man höchstens im engsten privaten Umfeld über den Körper sprechen sollte, dass es grundsätzlich peinlich ist, über unsere Körper zu sprechen, dass es beschämend ist. |
| And so I wanted to show both parenting prospectives. Diane and Imani take different approaches to parenting their daughters and Cam’s influence isn’t strong enough to overpower Diane’s influence. | Und deshalb wollte ich beide Erziehungsziele bzw. -ansprüche zeigen. Diane und Imani verfolgen unterschiedliche Ansätze bei der Erziehung ihrer Töchter, und Cams Einfluss ist nicht stark genug, um Dianes Einfluss zu überwinden oder zu kompensieren. |
| But I do think it can work both ways. I think peers can have a tremendous impact on their friends. And I think certainly Nora has been changed by the experience of her assault and coming out the other side of it. And my hunch would be that when she becomes a mother, she will parent her daughters and her sons differently from the way that she and Asher were raised. | Aber ich glaube, es kann in beide Richtungen funktionieren. Ich glaube, dass Gleichaltrige einen enormen Einfluss auf ihre Freunde haben können. Und ich denke, dass Nora durch die Erfahrung des Übergriffs und die Tatsache, dass sie ihn überstanden hat, sicherlich verändert wurde. Und ich vermute, dass sie, wenn sie Mutter wird, ihre Töchter und Söhne anders erziehen wird, als sie und Asher erzogen wurden. |
| 00:36:56 | |
| [Question] #25: Do you think that young men can develop an awareness of problems such as sexism, toxic masculinity and gender stereotypes through your novel, and that it can change their attitude towards women and life? | Frage 25: Glauben Sie, dass junge Männer durch Ihren Roman ein Bewusstsein für Probleme wie Sexismus, toxische Männlichkeit und Geschlechterstereotypen entwickeln können und dass dies ihre Einstellung zu Frauen und zum Leben verändern kann? |
| Yes, absolutely. Education is everything. I think everyone has the capacity to change, evolve, shift perspectives, alter behaviors. | Ja, absolut. Bildung ist alles. Ich glaube, dass jeder Mensch die Fähigkeit hat, sich zu verändern, sich weiterzuentwickeln, Perspektiven zu wechseln und Verhaltensweisen zu ändern. |
| There is no question in my mind, this book is not just for girls. This is for boys. And maybe it’s even more important for boys to read. And the conversation that comes out of this book is essential for a change. | Es steht für mich außer Frage, dass dieses Buch nicht nur für Mädchen gedacht ist. Es ist für Jungen. Und vielleicht ist es für Jungen sogar noch wichtiger, es zu lesen. Und das Gespräch, das sich aus diesem Buch ergibt, ist für eine Veränderung unerlässlich. |
| So yah, sexism, toxic masculinity and gender stereotypes are not set in stone. | Also ja, Sexismus, toxische Männlichkeit und Geschlechterstereotypen sind nicht in Stein gemeißelt. |
| It’s your generation, that has the power to make a change. So keep having these conversations. Talk to each other about it. And, even more importantly, stand up and speak out when you see sexism, toxic masculinity and gender stereotyping around you. | Es ist eure Generation, die die Macht hat, etwas zu verändern. Führt also weiterhin diese Gespräche. Redet miteinander darüber. Und, was noch wichtiger ist, steht auf und meldet euch zu Wort, wenn ihr Sexismus, toxische Maskulinität und Geschlechterstereotypen in eurer Umgebung seht. |
| Being a passive bystander is being a part of the problem. It’s continuing the toxicity. | Ein passiver Zuschauer zu sein, bedeutet, Teil des Problems zu sein. Es sorgt für die Fortsetzung der Toxizität. |
| So stand up, stand up and say something. | Also steh/t auf, steh/t auf und sag/t etwas. |
| Stand up and do something. | Steh/t auf und tu/t etwas. |
| Be the Adam Xu. | Sei/d der Adam Xu. |
| Be the Asher. | Sei/d der Asher. |
| 00:38:34 | 00:38:34 |
| [Question] #26: Do you think that your book can motivate girls (and of course boys as well), not to look the other way in case of sexual harassment or sexism, but to do something about it? | Frage 26: Glauben Sie, dass Ihr Buch Mädchen (und natürlich auch Jungen) motivieren kann, bei sexueller Belästigung oder Sexismus nicht wegzuschauen, sondern etwas dagegen zu tun? |
| God, I hope so. – God, I hope so. | Gott, ich hoffe es. – Gott, ich hoffe es. |
| Our voices are so powerful – with each other. | Unsere Stimmen sind so mächtig. Miteinander. |
| And as you can see in this book, like peer influence is so strong. | Und wie ihr in diesem Buch sehen könnt, ist der Einfluss von Gleichaltrigen so stark. |
| I mean, parents’ voices are strong, but peers listen to each other. | Ich meine, die Stimmen der Eltern sind stark, aber Gleichaltrige hören aufeinander. |
| If you want to be a part of the change for your generation, you can! | Wenn du Teil des Wandels für deine Generation sein willst, dann kannst du das! |
| I have another book to recommend, and I think, you all should read it, if this book [i. e. „The Wolves Are Waiting“] lit a fire in you: „Know My Name [ – A Memoir]“ by Chanel Miller. It’s a non-fiction book about a woman who was sexually assaulted in college and what happened to her after that. I want every teenager to read this book, especially before you go off to college or university. | Ich möchte euch noch ein weiteres Buch empfehlen, und ich denke, ihr solltet es alle lesen, wenn dieses Buch [d. h. „#NoGame“] ein Feuer in euch entfacht hat: „Ich habe einen Namen – eine Geschichte über Macht, Sexualität und Selbstbestimmung“ von Chanel Miller. Es ist ein Sachbuch über eine Frau, die im College sexuell missbraucht wurde und was danach mit ihr geschah. Ich möchte, dass jeder Teenager dieses Buch liest, vor allem, bevor man aufs College oder die Universität geht. |
| You can absolutely be a part of the change. | Ihr könnt auf jeden Fall ein Teil der Veränderung sein. |
| Keep having these conversations. | Führt weiterhin diese Gespräche. |
| Take a deep look at yourselves, your own gender and sex stereotypes, your own behavior, what you’ve accepted from each other in the past, how you want to be different, how you want to stand up for each other, stand up for your friends, how you would want your daughters and sons to be raised in the future. | Werft einen genauen Blick auf euch selbst, auf eure eigenen Gender- und Geschlechter-Stereotypen, auf euer eigenes Verhalten, auf das, was ihr in der Vergangenheit voneinander akzeptiert habt, darauf, wie ihr anders sein wollt, darauf, wie ihr füreinander eintreten wollt, für eure Freunde eintreten wollt, und darauf, wie ihr wollt, dass eure Töchter und Söhne in Zukunft erzogen werden. |
| I’m handing this baton off to you. I want you to go forth and be a part of the change and the evolution and the revolution. | Ich übergebe diesen Staffelstab an euch. Ich möchte, dass ihr hinausgeht und Teil des Wandels, der Evolution und der Revolution werdet. |
| 00:40:27 | 00:40:27 |
| I’m so pleased that you’ve read this book. I am so delighted that you wanted to interview me and that you’ve asked me these hard questions. And I encourage you to continue to talk about these topics again, it’s not one conversation, it’s a forever conversation. It’s a dialogue you’ll be having for the rest of your lives. | Ich bin so froh, dass ihr dieses Buch gelesen habt. Ich freue mich so sehr, dass ihr mich interviewen wolltet und mir diese schwierigen Fragen gestellt habt. Und ich möchte Sie ermutigen, weiterhin über diese Themen zu sprechen, denn es ist nicht nur ein Gespräch, sondern ein ewiges Gespräch. Es ist ein Dialog, den ihr für den Rest eures Lebens führen werdet. |
| 00:40:51 | 00:40:51 |
| I’m here for you, if any of you want to reach out to me. You can reach out through my Instagram or my Facebook. Mr. Blume has my e-mail. You’re welcome to e-mail me. | Ich bin für euch da, wenn jemand von euch mich erreichen möchte. Ihr könnt mich über Instagram oder Facebook erreichen. Mr. Blume hat meine E-Mail. Ihr könnt mir gerne eine E-Mail schreiben. |
| And I wish you all the best with this project and thank you again for including me. I’m really so honored and touched that you read my book and I wish you all the best. | Und ich wünsche Euch alles Gute für dieses Projekt und danke Euch nochmals dafür, dass Ihr mich einbezogen habt. Ich fühle mich wirklich sehr geehrt und gerührt, dass Ihr mein Buch gelesen habt und wünsche Euch alles Gute. |
| I hope you all have a wonderful summer.
Keep reading and keep changing the world. |
Ich hoffe, ihr habt alle einen wunderbaren Sommer.
Lest weiter und verändert weiterhin die Welt. |
| Good-bye! | Auf Wiedersehen! |
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GermanTranslation with the help of deepl.com, but in many parts corrected and optimized by hand by C. Blume 2023-2024 |
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| Natasha Friend’s reading recommendations: | Natasha Friends Lektüreempfehlungen: |
| Blume, Judy (*1938) is known for her children and youth books dealing with tabu subjects as masturbation, menstruation, teen sex, birth control, divorce and mobbing.
Known works are:
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Blume, Judy (*1938) ist bekannt unter anderem für Kinder- und Jugendbücher, die auch Tabuthemen aufgreifen wie Masturbation, Menstruation, Sexualität Jugendlicher, Empfängnisverhütung, Scheidung und Mobbing.
Bekannte Werke sind (in deutscher Übersetzung):
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| Miller, Chanel (1992) wrote an autobiographical report on being a rape victim – also after the criminal act itself – under the title:
Know My Name: A Memoir (2019) |
Miller, Chanel (1992) verfasste einen autobiographischen Bericht über ihre Erfahrungen als Vergewaltigungsopfer – auch nach der eigentlichen Tat – unter dem Titel: Ich habe einen Namen – eine Geschichte über Macht, Sexualität und Selbstbestimmung (2019) |
(Interviewtext exkl. Fragen: Natasha Friend / Interview-Fragen: Klasse 9c / Bild (Collage aus KI-generierten Ausgangsbildern, bearbeitet) & Übersetzung sowie red. Bearb.: Blu)

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