Im Rahmen unseres Projekts „Wir gegen Sexismus“ fand an der Leibnizschule am 20. März 2025 ein freiwilliger Workshop für die Klassen 9 bis 11 statt.
Der diesjährige Anti-Sexismus-Workshop, durchgeführt von Frau Barth der Organisation „Haltepunkt“ von Pro Familia Offenbach, und organisiert von den Lehrkräften Frau Dr. Haßdenteufel und Herrn Keller, war meiner Meinung nach ein voller Erfolg.
Für mich war es jetzt, in der EP, das letzte Mal, dass ich an dem Workshop teilnehmen konnte, und ich bedaure das ehrlich gesagt. Ich konnte in den beiden Workshops, an denen ich teilgenommen habe, immer viel lernen und auch für meinen Alltag mitnehmen. So ist die Workshopleiterin immer auch auf verschiedene Aspekte eingegangen und es entstanden spannende Diskussionen und unterschiedliche Tipps für den Umgang mit Alltagssexismus.
Wichtig war es Frau Barth, einen Safe Space für uns zu erschaffen, in dem wir uns wohlfühlen konnten und jeder respektiert wird; dies gelang ihr aus meiner Sicht auch. Am Anfang dieses Workshops lernten wir dann eine ausführliche Definition für den Begriff „Sexismus“ kennen und anhand eines Videos und dessen, was Frau Barth uns vermittelte, wurde noch einmal aufgezeigt, wie Sexismus unser alltägliches Leben beeinflusst. Dabei sprachen wir über Intersektionalität, wenn es um Sexismus und die Bekämpfung von weiteren Diskriminierungen geht, um dafür auch ein Bewusstsein zu schaffen, und gingen auf verschiedene Gruppen ein. Danach gab es eine Phase der Gruppenarbeit, in der wir eigenständig Situationen auf einer Skala von 1-10 nach ihrem Ausmaß und Übergriffigkeit bewerten sollten. Dies war eine teilweise schwierige Aufgabe, da es bei manchen auf den Kontext ankam, und sorgte bei uns für angeregten Austausch. Danach besprachen wir unsere Ergebnisse mit der ganzen Gruppe und bestimmte Einzelaspekte auch noch in kleinerem Rahmen. Zu sehen, dass wir manche Handlungen, die eindeutig sexistisch und übergriffig sind (wie z. B. manche Kommentare), normalisiert haben, hat mich dann doch noch schoickiert, besonders dass das auch bei mir stattfindet, und so ging es vielen Anderen auch. Das bestärkte mich, in der Praxis noch mehr solches Verhalten anzusprechen und mich dagegen auszusprechen. Als letzte Übung wurden verschiedene Szenarien vorgelesen, die mit Sexismus verknüpft sind und so passieren oder passieren könnten, und wir suchten in der Gruppe Lösungsvorschläge für diese. Es ging also konkret um Alltagssituationen und die Frage, wie man auf diese reagieren kann, was das Bewusstsein und Selbstbewusstsein für solche Situationen stärkt und das Reagieren trainiert. Die Teilnehmer wurden also bestärkt, sich gegen Sexismus, aber auch andere Diskriminierung einzusetzen, und wurden für diese Themen sensibilisiert.
Ich hätte mir nur gewünscht, dass wir noch mehr Zeit für den Workshop gehabt hätten, denn zum Ende hin mussten wir uns beeilen, und es wäre besser gewesen, noch mindestens eine weitere Stunde zu haben. Sonst war es eine sehr bereichernde Zeit und Erfahrung, von denen ich mir noch mehr an unserer Schule wünschen würde. Denn solche Reflexion führt meiner Meinung nach zu einem besseren Schulklima und freundlicherem Umgang zwischen uns Schülern.
(Text: Teresa Wanner (EP) / Bild: Blu unter Verwendung einer Zeichnung von Sey / red. Bearb.: Blu)
(Leibnizens Zitate stammen aus folgenden Quellen: »Omne possibile exigit existere«: Vorarbeiten zur allgemeinen Charakteristik, nachzulesen etwa hier: Leibniz, Gottfried Wilhelm: Die gesammlten Schriften. Herausgegeben von Carl Immanuel Gerhardt. Sieben Bände. Berlin: Weidmann 1875-90. Siebenter Band (1890), Zweite Abtheilung, S. 194 ff.; Zitat S. 194. »Unitas in multitudine«: Randnotiz Leibnizens auf einem an ihn gerichteten Brief des Mathematikprofessors Arnold Eckard vom Mai 1677, Nachzulesen etwa hier: Leibniz, Gottfried Wilhelm: Die philosophischen Schriften. Herausgegeben von Carl Immanuel Gerhardt. Band 1. Berlin: Weidmann 1875. Erster Band (1875); S. 232 .)

0 Comments
Leave A Comment