Das Planspiel Börse gibt es schon seit 1983. Seitdem erfreut es sich bei Schülerinnen und Schülern, Studierenden, Bankazubis und auch manchen Lehrkräften immer größerer Beliebtheit und konnte sich zum größten Börsenplanspiel Europas entwickeln. Allein bei der Frankfurter Sparkasse machten auf regionaler Ebene dieses Jahr 300 Teams mit etwa 700 Teilnehmenden mit.
Die Leibnizschule war dieses Mal seit langer Zeit mal wieder dabei. PoWi-Lehrerin Frau Grasmück-Werner konnte im September 2024 sieben Schülerteams zur Teilnahme motivieren und meldete sich auch gleich selbst für den Lehrkräftewettbewerb an. Ab dem 1. Oktober und bis zum 24. Januar konnte jedes Team 50.000 € „Spielgeld” in einem virtuellen Depot zum Handeln nutzen. Als Wertpapiere standen hauptsächlich Aktien, aber auch Fonds und Anleihen zur Auswahl, die zu Realtime-Kursen in der praktischen Wettbewerbsapp wie an der Stuttgarter und Wiener Börse gekauft und verkauft werden konnten.
Zu Beginn des Planspiels und etwa zur Halbzeit tauschten sich die zum Teil jahrgangs- und auch klassenübergreifenden Leibnizteams in Videokonferenzen zu ihren Erfahrungen aus. Dabei stand auch ein Experte aus der Elternschaft zur Verfügung, um einen Überblick über die handelbaren Produktarten zu geben und schwierige Fachfragen zu Finanzprodukten und zum Börsenhandel zu beantworten.
Relativ schnell zeichnete sich ab, dass das Team „Die 2 Amigos”, bestehend aus den Geschwistern Florin (10f) und Rosalie Werner (Q4) mit Netflix, Tesla, Amazon und Nvidia eine sehr gute Anlageentscheidung getroffen hatten. Sie führten die Schülerwertung der Frankfurter Sparkasse mit etwa 150 Teams fast die gesamten vier Monate an. Auch ein kleiner Anteil Hannover Rück brachte Ertrag. Lediglich Adidas wollte sich einfach nicht entwickeln, wurde aber aus emotionalen Gründen nicht veräußert, was sich am Ende nach einer Kurserholung als richtig erwies. Nachdem sie sich entschieden hatten, Tesla am Jahresende wieder zu verkaufen, legten sie im Januar diversifiziert in den Deka MSCI World UCITS ETF sowie den Deka S&P 500 UCITS ETF an. Insgesamt erreichten sie damit eine Performance von satten 34%, was ihnen den ersten Platz bei der Frankfurter Sparkasse und auch den zweiten Platz in Hessen und Thüringen einbrachte. Dies wurde mit einem stattlichen Geldpreis von 600 € belohnt.
Doch auch der 1. Platz für den Gesamtdepotwert für die Lehrkräfte sollte nicht in Frankfurt bleiben. Frau Grasmück-Werner gelang es durch ein frühes Investment in Nvidia, Tesla, Rheinmetall und Alphabet über weite Strecken den Lehrkräfte-Wettbewerb anzuführen. Da man immer nur höchstens 20 % des Startkapitals in einen Wert investieren darf und noch 11.000€ angelegt werden wollten, konnte sie sich durch einen Kauf von SAP und dem Deka Nasdaq-100 UCITS ETF Ende November noch die zum sicheren Sieg nötige Performance sichern. Sie freut sich: „Dieses Planspiel kann unseren Schülern hervorragend zeigen, dass gute und detaillierte Kenntnisse aktueller politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen zur Vermögensbildung genutzt werden und damit auch für sie persönlich wertvoll sein können. Nächstes Jahr machen wir hoffentlich mit noch mehr Teams wieder mit!“
Zu guter Letzt gab es auch noch einen Geldpreis von 500 € für die Leibnizschule als betreuende Schule und den 1. Platz in der Depotgesamtwertung. Das moderierende Mitglied des Vorstandes Dr. Sven Matthiesen unterstrich bei der Ehrung seine Dankbarkeit, dass immer wieder die Lehrkräfte an Schulen ihren Schülerinnen und Schülern das Planspiel Börse anbieten und sie dafür motivieren: „Sie stellen erst sicher, dass das Planspiel auf spielerische Weise einen wichtigen Beitrag zur Finanzbildung junger Menschen leisten kann, indem es ihnen den Börsenhandel nahe bringt.“
(Text & Bild: GW / red. Bearb.: Blu)


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