In der zweiten Dezember-Woche 2024 haben wir die TU Darmstadt besucht, und der Tag war wirklich interessant gestaltet. Unsere Anreise erfolgte mit der Bahn, und unser erstes Ziel war der Hochleistungsrechner der Uni, der den Namen des deutschen Physikers, Naturforschers, Mathematikers und Schriftstellers Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) trägt, der zudem der erste deutsche Professor für Experimentalphysik im Zeitalter der Aufklärung war und selbst Geisteswissenschaftlern und anderen kulturell Gebildeten als Aphoristiker bekannt ist. Jener nach ihm benannte beeindruckende Rechner wird für anspruchsvolle Berechnungen und Simulationen genutzt und war definitiv einen Besuch wert.

Der Hochleistungsrechner Lichtenberg II der TU Darmstadt – beeindruckend in Größe und Leistung! Doch so beeindruckend es ist, was KI zu leisten im Stande ist, sollte man doch nie aufhören, selbst die Welt durch eigenes Nachdenken verstehen zu wollen, sonst versteht man das Ergebnis nicht (wie es Douglas Adams erstmals 1978 an der Zahl 42 als Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und überhaupt allem exemplifiziert). Lichtenberg selbst hätte vielleicht angesichts der komplexen und ab einem gewissen Punkt immer undurchsichtiger werdenden Rechenoperationen, zu denen das nach ihm benannte Elektronengehirn fähig ist, das zu bedenken gegeben, was er 1798 in seine „Sudelbücher“ (Heft J, Notiz 8) schrieb: „Bei dem studio [=Studium] der Mathematik kann wohl nichts stärkeren Trost bei Unverständlichkeiten gewähren, als dass es sehr viel schwerer ist, eines [A]nder[e]n Meditata [=Prozesse und Ergebnisse des Meditierens im Sinne eines mathematischen Nachdenkens] zu verstehen, als selbst zu meditieren.“ Gleichwohl hätte auch Lichtenberg an diesem Rechner sicherlich Gefallen gefunden!

Anschließend ging es quer durch Darmstadt und über den Campus zu einem Saal, in dem wir einem Mathematik-Vortrag über Populationsgrößen lauschten. Im Hörsaal haben uns danach noch zwei Studentinnen Fragen zum Studium beantwortet und Auskunft über das Leben als Studierende gegeben.
Nach dem Vortrag sind wir wieder über den Campus gelaufen, um schließlich im Restaurant Extrablatt gemeinsam zu essen und den Tag entspannt ausklingen zu lassen.

 

 

 

(Bild und Text: Ser & Blu / red. Bearb. von Bild und Text: Blu)