Kaan, Helena, Hamza, Karolina, Caja, Luciano, Iasmina und Hairie (alle 9d) haben ein Schuljahr lang ein Kita-Kind oder sogar mehrere begleitet, d.h. mit ihnen gespielt, ihnen vorgelesen und vor allem mit ihnen gesprochen, denn darum geht es: Viele Kinder können im Kita-Alter noch nicht so gut Deutsch, dass sie erstens problemlos Anschluss fänden und zweitens fit für die Grundschule wären.
Dabei durften die Schülerinnen und Schüler beobachten, welche Fortschritte die Kleinen machten, die sie ohne die persönliche Förderung durch ihre Patinnen und Paten in dem Maße sicher nicht gemacht hätten. So zeigte sich Luciano beeindruckt vom Reifungsprozess, der mit der Sprachentwicklung einherging, da das Soziale wesentlich über die Sprache funktioniert. Caja half einer Gruppe zusammenzufinden, was die einzelnen Kinder von sich aus sprachlich nicht bewältigt hätten. Ähnlich erging es Kaan, der eine anfangs schwierige Gruppe betreute, welche sich aber bald auf ihren regelmäßigen großen Besuch freute und einließ. Über zunehmende Offenheit und Leichtigkeit im Umgang mit einem bestimmten Kind oder einer Kleingruppe freute sich auch Karolina, denn natürlich sind manche Kinder anfänglich scheu und sprechen allein aus dem Grund schon nicht viel. Die Brücke über die Fremdsprache, in diesem Fall Englisch, ergab sich als guter Weg für Helena und Hairie, Verständnisschwierigkeiten zu lösen und dabei zu helfen, den Inhalt auf Deutsch zu formulieren. Hamza las jede Woche ein Buch vor: Vorlesen fördert nicht nur die Sprache, sondern auch das Vorstellungs- sowie Konzentrationsvermögen und vermittelt darüber hinaus Inhalte und ist somit ungemein wertvoll.
Für ihr großartiges Engagement wurden die Kitapatinnen und Kitapaten in der letzten Woche von der Stadt Offenbach geehrt, die dieses inzwischen mehrfach prämierte Projekt nun schon seit 20 Jahren führt. Betreut wird es derzeit von Frau Levi-Wach von der Lokalen Agenda 21 und Frau Hast-Laier, die als Bindeglied zwischen den Kitas und den Schulen fungiert, wo wiederum einzelne Lehrkräfte das Projekt betreuen. An der Leibnizschule ist Frau Schöne die Ansprechpartnerin, die in diesem Jahr leider krankheitsbedingt nicht an der schönen Feier teilnehmen konnte.
Auf der Feier im Klingspormuseum überreichte Stadtverordnetenvorsteher Herr Färber die Ehrenamtsurkunde des Landes Hessen und dankte den Schülerinnen und Schülern für ihren Einsatz. Für einen festlichen Rahmen sorgten zudem die Band der Mathildenschule sowie ein gemeinsamer Imbiss. Darüber hinaus gab es ein kleines Präsent: ein handgefertige Schale einer Offenbacher Künstlerin.
Von der Schule werden die Kitapatinnen und -paten auch noch einmal geehrt, wenn am letzten Schultag die Leibnizurkunden überreicht werden.

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