Auch Mädchen spielen gern Computerspiele, aber eines selbst zu schreiben, darauf sind noch nicht viele gekommen, sodass das Wahlpflichtfach meist überwiegend männlich besetzt bleibt. Um Mädchen in die Welt der Informatik einzuladen, gibt es seit einigen Jahren den Schnuppertag für Achtklässlerinnen, organisiert von Fachbereichsleiterin Frau Juchelka und durchgeführt von Frau Notarantonio und Frau Schwarzer – sowie in diesem Jahr auch von einem männlichen Kollegen, Herrn Brulin.

Dabei sind nicht nur die genannten Lehrerinnen der lebendige Beweis für erfolgreiche Informatikerinnen, sondern vor allem auch Frauen, die sich auf diesem Gebiet einen Namen gemacht haben, indem sie die Informatik entscheidend vorangebracht haben, und nun neben männlichen Größen die Poster in den Computerräumen zieren. So entwickelte zum Beispiel Cambridge-Studentin Sophie Wilson bereits Ende der 1970er Jahre einen Microcomputer und später Prozessoren, die sich weltweit vermarkteten. Und Grace Hopper (nicht nur im der Männerdomäne des Harvard-Computerlabors, sondern auch in der US-Marine im Rang eines Admirals aktiv gewesen) verdanken wir u.a. praktikable Programmiersprachen jenseits des 1/0-Prinzips.

Die ersten Lektionen in einer solchen praktikablen Programmiersprache, nämlich „Scratch“, machten es den noch überwiegend unbedarften Schülerinnen am Mittwoch bereits möglich, ein eigenes Spiel zu entwerfen und natürlich auch zu spielen. Staunen über die Informatik zum einen, aber zudem über sich selbst konnten sie dann weiter, als es darum ging, einen Roboter zu programmieren. Auch das Thema Datenverschlüsselung ist an der Lebenswelt der Mädchen nah dran, sodass sich am Ende des Schnuppertages hoffentlich etliche für dieses Wahlfach begeistern ließen.

(Fotos: Sar, Scö)