The Place to be war am 30.10.2023 der Konferenzraum der Leibnizschule. Die Technik-AG hatte zur „Murder Mystery Night“ geladen, und alle kamen. Na ja, vielleicht nicht alle, aber doch sehr viele – und wer nicht da war, hat wirklich etwas verpasst: Während im Abendgymnasium noch Unterricht stattfand, inszenierte im Konferenzraum, unterstützt durch den DS-Kurs von Frau Löw, die Technik-AG ein multimediales Live-Event, bei dem die Besucher in Teams einen Mordfall zu lösen hatten.

Im Abendgymnasium nahm der Unterricht noch seinen üblichen Verlauf,
im Konferenzraum hingegen kam Halloween-Stimmung auf!

Man kennt vielleicht das Konzept des Krimi-Dinners, daran erinnerte die Veranstaltung, allerdings stand hier, obwohl die Oberstufe dankenswerterweise kleine Snacks servierte, nicht das Essen im Vordergrund, sondern der gemeinsame Spaß und der Fall. Die Teilnehmenden waren gebeten worden, in Halloween-Kostümierung zu kommen, „und spielten ohne Gage mit“ – und ließen sich auch sehr bereitwillig auf das Spiel ein, bei dem sie den schrecklichen Fall zu lösen hatten.

Schüler:innen ebenso wie Lehrer:innen wetteiferten um die Auflösung des Falles.

Dabei kam es auf kleinste Details an. Mitschnitte von Telefonaten gab es zu hören, Aufnahmen von Sicherheitskameras waren zu sichten und mit Grundrissen eines Gebäudes in Beziehung zu setzen, von der Polizei sichergestellte Fundstücke mussten auf ihre Eignung als Indiz geprüft werden, und Akten und andere Schriftstücke unterschiedlichster Arten galt es zu wälzen und nach Hinweisen zu durchsuchen.

Selbst das Mordopfer war „echt“ – so sehr war man erfolgreich bemüht, ein authentisches Erlebnis zu bieten.

Der Fall war komplex, dezidiert mussten die Detektiv-Teams die zeitlichen Veräufe des Mordtages rekonstruieren und konkurrierten dabei miteinander und spielten gegen die Zeit. Hochkonzentriert hörte man sich die Verhöre an, las die Fallakten und suchte Licht in das Dunkel der Geschehnisse zu bringen. Die Tatverdächtigen waren mindestens ebenso zahlreich wie die möglichen Mordmotive, und einfach war die Sache nicht.

Dabei kam nicht nur manches Detektivteam an seine Grenzen, sondern auch das WLAN der Leibnizschule, aber das tat dem Spaß an der Sache keinen Abbruch. Abgesehen von den Verbindungsproblemen, die man weitestgehend in den Griff bekam, erschien das gesamte Event hochprofessionell. Die Ästhetik und Komplexität des Falles und der Materialien und die Organisation des Abends bewiesen, welche Begeisterung und welches Talent hier am Werke gewesen war, um diese Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

Viele überraschende Details gab es zu entdecken, und einer der Höhepunkte dabei waren die Aufnahmen der Sicherheitskameras, die zwar mit den Schauspieler:innen im D-Trakt des Neubaus der Leibnizschule gedreht worden waren, die man aber dann am Rechner digital so nachbearbeitet hatte, dass zumindest die Lehrer-Teams ihr eigenes Schulgebäude in den Aufnahmen nicht erkannten.

Bei der abschließenden Gegenüberstellung, bei der der ermittelmde Kommissar den Fall auflöste, bescherte die künstlerische und kunstvolle Form des Geständnisses der Mörderin dem Publikum einen besonderen Genuss.

Die Auflösung gestaltete sich ebenso überraschend wie viele der Details der Materialien es gewesen waren: Als der ermittelnde Kommissar am Ende die Verdächtigen – und sogar die Leiche(!) – zur Rede stellte, nahm man die Redewendung, dass ein:e Verdächtige:r „singt“, wörtlich, und das Geständnis wurde zum Erstaunen und zur Freude der Zuhörer – zu Klavierbegleitung und Hintergrundgesang durch den Kommissar – von der Mörderin als Song vorgetragen.

Man mag sich gar nicht vorstellen, wieviel Zeit und Nerven die Vorbereitung dieser Veranstaltung gekostet hat, und auch nicht fragen, wieviel davon lieber in die schulische Arbeit hätte gesteckt werden sollen – was immer für Opfer gebracht wurden, um diesen Abend zu realisieren: für die Teilnehmenden hat es sich gelohnt und jede:r, wirklich jede:r ging anschließend heiter und dankbar für diese grandiose Unterhaltung nach Hause und zehrte sicherlich noch lange von diesem Erlebnis.

 

 

(Bild & Text & red. Bearb.: Blu)