Dass „Schwerter zu Pflugscharen und Spieße zu Sicheln“, dass Raub- und Beutetiere beieinander leben werden sowie ein Kleinkind mit einer Schlage spielen kann, war die umfassende Vision eines göttliches Friedens des Propheten Jesaia aus dem alten Testament, dessen Schriften den drei monotheistischen Weltreligionen des Judentums, Christentums und Islams heilig sind.

Angesichts von Krieg in der Ukraine, des immer wieder neu entflammenden Nahostkonflikts sowie Antisemitismus, Rassismus und Terrorismus auch hierzulande klingt dies fast zu schön, um wahr zu werden. Jedoch kann man einerseits um Frieden bitten und ihn andererseits zumindest in seinem Umfeld schaffen, was die multireligiöse Feier zu Schulbeginn in der Altbauturnhalle der Leibnizschule zum Gegenstand hatte.

Die evangelische Religionslehrerin Frau Ulrike Zufall zeigte ein Bild dieser Vision, die die Teilnehmer*innen des Gottesdienstes beschrieben und erläuterten. Neben zusammen gesprochenen und einem gemeinsamen bewegten, d.h. mit Gesten begleitetem, Gebet für den Frieden, angeleitet von der katholischen Religionslehrerin Frau Anna-Maria Klein, sprach Adam aus der Jahrgangsstufe 7 die 1. Sure des Korans in gekonnt betontem Arabisch, in der der Friede Gottes zum persönlichen Geleit wird, die jüdische Achtklässlerin Lea das Schema Israel und die anwesenden Christen das Vaterunser. Ebenso wurden gemeinsam Friedenslieder gesungen wie „Schalom Alechem“, „Da berühren sich Himmel und Erde“, „Aufsteh´n, aufeinander zugeh´n“ und „Friedensnetz“, begleitet von den Musiklehrer*innen Frau Lydia Seck und Herrn Lukas Heller. Anhand eines Rollenspiels veranschaulichten Sebastian, Liat, Lea, Adam und Li´el aus den Klassen 7 und 8 die Bedeutung ihrer Religion für sie, wobei anhand von Schulbüchern diskutiert wurde, ob das Reli-Buch denn angesichts der „wichtigen“ Bücher wie den Mathe- und Deutschlehrwerke vonnöten sei.

Schließlich knüpften die Schüler*innen und Lehrkräfte auch ganz praktisch Friedensnetze, auf der Bühne, in der Halle und draußen auf dem Hof, den Frieden in die Schulgemeinschaft und die Welt tragend.