Souverän moderierten Till Weinzapfel und David Schulz die digitale Podiumsdiskussion zu Bundestagswahl mit Björn Simon (CDU), Tuna Firat (SPD), Wolfgang Stengmann-Kuhn (Grüne), Ernestos Varvaroussis (FDP), Christine Buchholz (Linke), Laura Schulz (Freie Wähler), Gregory Engels (Piraten) und Stephanie Birkle (Die Partei) vergangene Woche. Schließlich hatten die beiden Schüler des Politik-und-Wirtschaft-Leistungskurses von Frau Ayla Tepe schon Erfahrung, denn zur letzten Kommunalwahl hatten sie ebenfalls Politikerinnen und Politiker ihres Wahlkreises befragt.

Diese Diskussionsrunde drehte sich fast ausschließlich um das Thema Klima, die sicherlich drängendste Frage insbesondere für junge Leute, von denen viele nun zum ersten Mal wählen dürfen. Die erste Frage richtete sich provokativ mit einem Vorwurf an Tuna Firat von der SPD, wichtige Maßnahmen während der Regierungszeit nicht ergriffen zu haben. Dieses „Teilversagen“ reichte Firat an die CDU weiter, die vor allem blockiert habe, was Christdemokrat Simon natürlich nicht so stehen lassen konnte: Als Mitglied des Bundestages im Umweltausschuss habe er viel erreicht, z.B. im Bereich der Verpackungen. Nicht nur als junger Mensch, sondern vor allem auch als Vater eines Kleinkindes liege ihm persönlich viel daran, dass „die Welt auch morgen nocht so schön ist wie heute.“ Firat konterte mit dem Hinweis darauf, dass Verpackungsrichtlinien vor allem eine EU-Vorgabe seien und somit kein CDU-Verdienst. Wolfgang Stengmann-Kuhn von den Grünen beantwortete die Frage, wie Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz finanziert werden sollen, mit dem Verweis auf Niedrig- bzw. Negativzinsen, bei denen man wichtige Investitionen in Klima, Digitalisierung und Bildung nicht aufschieben dürfe. Frau Buchholz von den Linken forderte, Profite und Vermögen so zu besteuern, dass die nötigen Investitionen getätigt werden können. Während Stephanie Birkle für „Die Partei“ angab, dass ihre Liste mit Experten zur Problemlösung besetzt sei wie einer Senkenberg-Geoökologin, sah der Liberale Ernesto Varvaroussis auch eine wesentliche Eigenverantwortung bei den Bürger*innen und nannte sich selbst als gutes Beispiel, da er privat schon früh einen Ladeanschluss in seine Garage habe legen lassen und nun ein Elektroauto fahre und als Unternehmer Photovoltaikanlagen auf seinen Werken installiert sowie den CO2-Ausstoß halbiert habe. Dafür erhielt er von Moderator Till ein Lob! Gregory Engels musste Till dann drosseln bei dessen Ausführungen zur Energiesteuer, um auch noch Laura Schulz das Konzept der Freien Wähler vorstellen zu lassen, das ähnlich dem der FDP auf Eigenverantwortung setzt. Da kritisierte Till, dass das bisher nicht gereicht habe, woraufhin Frau Schulz den Ausbau von Wasserstoff-Technologien als Ziel formulierte und Umsetzungen von Klimapolitik vor Ort wichtig fand.

Die Schülerinnen und Schüler schätzten, dass ihre Fragen beantwortet wurden, bedauerten jedoch, dass vielfach nur das offizielle Parteiprogramm wiedergegeben wurde. Aber zu einer geschärften Meinungsbildung hat die Diskussion auf jeden Fall beigetragen.