Alle zeigen auf Alice, alle rufen nach Alice mit Forderungen und Anforderungen. Unter derartigem Druck steigt Alice im Traum in eine andere Welt, wobei die Realitäten verschwimmen. Dort wird u.a. Tee getrunken, da es immer fünf Uhr ist. Die Zeit vergeht trotzdem – aber man kommt zu nichts. Hier soll sich Alice entspannen, aber auch in dieser Parallelwelt werden die Aufforderungen von außen bzw. Anderen an sie herangetragen, d.h. das „Wunderland“ ist nicht unbedingt das Paradies. Schließlich erwacht sie wieder. Findet sie ihre eigene Balance? „Alice?“

Die bittere Realität, aus der es sich spätestens seit den rassistischen Morden von Hanau nicht wegträumen lässt, zeigt das zweite Stück. „In Vielfalt geeint?“ fragen sich die Schülerinnen und Schüler, davon viele mit Migrationshintergrund, bzw. wann die schier unendliche Geschichte des Rassismus aufhören wird und ab wann sie eigentlich bedingungslos hier dazugehören werden. In diesem Stück verschwimmen Fiktion und Wirklichkeit, denn es kommen nicht nur reale Anschläge zur Sprache, sondern eigene Erlebnisse, die die Schauspieler*innen unter ihrem eigenen Namen vortragen. So erzählt Aiza Shahid Jahre nach ihrer Grundschulzeit die Nachwirkungen der Erfahrung mit einer Lehrerin, die sie ungleich behandelt und ihr damit das Gefühl gegeben hat, als Mädchen mit pakistanischen Wurzeln einfach weniger zu können und damit auch weniger wert zu sein bzw. schlicht abgelehnt zu werden. Ihr Schmerz ist im Raum spürbar, ebenso Wut und Betroffenheit – auf der Bühne wie im Publikum. Diese Gedanken und Gefühle kommen noch einmal sehr dicht zum Ausdruck in Damjan Majanovics Rap-Song, verfasst nach den Morden von Hanau, von deren Opfern er einige persönlich kannte.

Die DS-Kurse von Frau Löw und Herrn Kegler wurden großartig unterstützt von der Technik-AG – ohne Begleitung einer Lehrkraft an dem Abend!