„Was sehen Sie?“ – Das Rorschachbild als Impuls für persönliche Geschichten, Schicksale, Krisen. Die Q3 präsentierte am 27. und 28. Januar in der Blackbox die Ergebnisse ihrer Arbeit im Darstellenden Spiel bei Frau Bodenstein: Berührende und zum Nachdenken anregende Monologe unter dem Thema der „Existenzkrisen“, gerahmt vom berühmten, krisenumwitterten Faustmonolg. Von Musik und Familie, gespaltenen Persönlichenkeiten, vom Lügen und von gesellschaftlichem (auch schulischem) Druck erzählen die angehenden AbiturientInnen in ihrer je persönlichen Weise. Einen Rap-Dialog mit der zersetzenden Stimme im Kopf, ein gewagtes Crossover der Bühnenkünste, erlebt man tatsächlich nicht oft. Das Publikum mittendrin, auf Schemeln, in alle Richtungen rezipierend, hochkonzentriert, kein Husten, kein Atmen. Und am Ende schaut man auf die eigene Existenz und auf die eigenen Krisen, die man durchlebt hat oder gerade durchlebt. Und selbst der Schlussapplaus scheint noch von Rat- und Hilflosigkeit zu zeugen. Fürwahr kein leichtkostiger Abend, doch das hatte der Titel auch niemandem versprochen.