Seit nunmehr zwei Jahren [also seit 2007] war das Neubaugelände der Leibnizschule eine Großbaustelle. Das war oftmals eine nicht geringe Belastung für Schüler- und Lehrerschaft. Immer wieder wurde Unterricht durch Baulärm gestört, und manchmal konnte man bestimmte Gebäudeteile nur mit angehaltenem Atem durchqueren. Dennoch bemühten sich alle Beteiligten, die Störungen möglichst gering zu halten, und die Schulleitung und nicht zuletzt unser Hausmeister Herr Kellnhofer hatten immer (midestens je) ein wachendes Auge auf den jeweiligen Arbeiten.

Die Sanierungs- und Bauarbeiten an unserer Schule haben in den vergangenen zwei Jahren deutliche Spuren hinterlassen…

Die größten Belastungen für Schüler- und Lehrerschaft waren Lärm- und Schmutz- und Staubentwicklung – zumindest bis zur Grundreinigung am letzten Sommerferien-Wochenende und hoffentlich nicht mehr darüber hinaus…

Es wurde saniert und an- und umgebaut, ständig tat sich etwas, mal hier, mal da, nach jeden Ferien, in denen stets komprimierter gearbeitet wurde als während der Schulzeit, sah der Gebäudekomplex deutlich anders aus, und längst hatten viele vergessen, wie die Schule einmal ausgesehen hatte und wie sie laut der Pläne, über die vor Jahren einmal informiert worden war, dereinst aussehen sollte…

Der Modellplan des zukünftigen bzw. nun schon fast gegenwärtigen Gesichtes des Neubaus der Leibnizschule…

Wir hatten die ersten Bauschritte noch fortlaufend zu dokumentieren gesucht (vom Bäumefällen, vom Baubeginn, von den sich zu vermehren scheinenden Baustellen, von der Fundamentlegung, von der offiziellen Grundsteinlegung), doch nach und nach verloren wir den Anschluss an die multiplen Baustellen…

Es war so viel zu tun und wurde so viel getan, dass unzählige Hände dazu vonnöten waren. Bei einem solchen Großprojekt ist naturgemäß Koordination alles, und es war auch alles wie ein kompliziertes Puzzle durchgeplant. Selbstverständlich kommt es bei solchen Mammutvorhaben immer wieder einmal dazu, dass Arbeitsschritte noch nicht zum geplanten Termin durchgeführt wurden und andere, die auf jenen aufbauen, dann ebenfalls vertagt werden müssen. Es gab Zeiten, da war zu erwägen, ob dieser Artikel nicht mit „Von Verlauf und Verzug“ hätte überschrieben werden sollen. Umso beachtlicher und erfreulicher ist es, dass nun doch alles termingerecht steht und bereits weitgehend bezugsfertig ist. Bauleitung und Bauarbeiter und Handwerker und Frau Wölbern als für den Bau verantwortliches Mitglied der erweiterten Schulleitung haben sich mit Erfolg alle Mühe gegeben, dass alles zu einem guten (vorläufigen) Ende kam (vorläufig, denn die langfristige Planung sieht noch mehr Sanierungsschritte vor…).

Zu guter Letzt (ja, so schreibt man das nach der Rechtschreibreform…) erhoben sich nun aus dem Nebel des Baustaubs mit der Mensa und dem Verwaltungstraktanbau schließlich zwei Gebäude, die mit moderner Lüftung, neuen Heizungen und bestimmt PCB-freien Deckenplatten ausgestattet sind und den räumlichen Anforderungen Rechnung tragen, die aus unseren hohen Schülerzahlen und der schrittweise gerade im Vollzug befindlichen Umbildung der Leibnizschule in eine Ganztagsschule resultieren.

Im Folgenden geben wir eine kleine Zusammenschau der Genese der beiden neuen Gebäudeteile.

Wer mehr davon sehen will, der sei auf die Homepage unseres Manns für alle Fälle, unseres Hausmeisters Lothar Kellnhofer verwiesen, der dankenswerterweise in seinen Bildergalerien die wichtigsten Bau- und Sanierungsschritte detailliert dokumentiert hat…  [Diese Seite existiert inzwischen leider nicht mehr (Blu 2020)]

Die Baustelle des Verwaltungstraktanbaus (Erweiterung des D-Teiles) im September 2008

Die Entstehung des Verwaltungstraktanbaus von September 2008 bis August 2009…

Die Baustelle des Mensa-Neubaus nach dem Einbau der Lüftungsanlage im Oktober 2008…

Die Baustelle des Mensa-Neubaus (als Turnhallenanbau) von September 2008 bis August 2009…

Der fast fertige Mensa-Neubau am Ende der Sommerferien 2009…

Veränderungen im Inneren des Gebäudes und fernab der Neubauten…

Abtransport der Container nach Beendigung der Sanierungsarbeiten im Neubau… [(Inzwischen (seit 2019) haben wir ja wieder welche, wenn auch aus anderen Gründen (nämlich Überfüllung…))]

Die erste Gesamtkonferenz fand bereits am Freitag vor Schulbeginn im neuen Mensa-Gebäude statt, und die Konferenzpause wurde in der etwas umstrukturierten Pausenhalle abgehalten. Seit Schulbeginn wird in der Mensa nun schon täglich gekocht und gespeist. Auch im Anbau des Verwaltungstraktes (des D-Teils) haben schon diverse Besprechungen stattgefunden, und die LiVs – die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst, die man früher als Referendare kannte – haben dort bereits einen eigenen Raum beziehen können…

Die Schuljahreseingangskonferenz Ende August 2009 im frisch eröffneten Mensa-Neubau und der ebenfalls nicht unverändert gebliebenen Pausenhalle…

Gewiss, es ist nicht alles eitel Sonnenschein. So mancher Schüler und/oder Lehrer vermisst gewisse Dinge, die mit dem Umbau verschwunden sind. Bäume wurden gefällt, der Lichthof im Zentrum der Pausenhalle, einst Grünfläche, wurde bis auf den einsamen Gingko sozusagen „entgrünt“, die Sitzecken im Durchgang zum B-Teil mussten dem Presslufthammer weichen, und die Lehrerinnen-Umkleide der Sporthalle wurde durch den Anbau empfindlich verengt…

Allerdings hat man für (fast) alle Verluste Ersatzleistungen versprochen. Der bereits als solcher ausgewiesene Stillarbeitsraum für die Oberstufe, die Pflanzstelle (für einen Baum!?) vor der Mensa, das Steinstufenrund vor der Mensa, das die Schüler umgehend als Sitzgelegenheit angenommen haben, zeigen, dass man hier keine leeren Versprechungen gemacht hat, sondern bemüht ist, die Schule so umzugestalten, dass sie wieder „bewohnbar“ und vielleicht sogar heimelig wird, wenn man sich erst einmal an ihr neues Gesicht (siehe oben) gewöhnt hat…

Und viel hängt dabei an den „Bewohnern“ der Schule selbst, den Schülern und Lehrern. Für die Gestaltung des Antlitzes der Außenwände liegt die Hoheit bei der Stadt. Wir aber haben es in der Hand, das Innere unserer Schule so zu gestalten, dass wir uns mit ihr identifizieren können, dass wir, um den Bogen zum Anfang dieses Artikels zu schlagen, einen Bezug herstellen zwischen dem Schulgebäude und uns.

Dass unsere SchülerInnen dafür großes Potential besitzen, zeigen zum Beispiel die Wandgemälde, die sie vielerorts in der Schule angefertigt haben, und die nicht alle der Sanierung zum Opfer gefallen sind (- über zerstörte ebenso wie über neugeschaffene Beispiele dieser Gemälde haben wir an anderer Stelle bereits berichtet).

So wird es sicherlich auch nicht lange dauern, bis auch der Lichthof wieder mehr zu bieten hat als kalte Beton-Säulen mit nacktem Stahlskelett – sei es, dass der Lichthof wie geplant als Skulpturengarten gestaltet wird, sei es, dass man vorerst mit Topfpflanzen für seine Wiederbegrünung sorgt…  🙂

Nachdem die größten Bauabschnitte nun hinter uns liegen, sind wir guter Dinge und hoffnungsschwanger, dass nun Ruhe eingekehrt sein wird und wir alle uns in unsere umgestaltete Schule wiedereinleben können werden, die ohne Baulärm und Staub und mit zusätzlichem Raum doch gleich eine viel angenehmere Arbeitsatmosphäre bietet…

 

 

 

(Blu im August 2009)