Februar

Der Star

Der Star erinnert in Größe und Farbe an eine Amsel, sein Schwanz ist aber deutlich kürzer. Er ist ein Meister im Nachahmen von anderen Vogelgesängen und sogar technischen Geräuschen wie Handyklingeltönen! Wie auf dem Bild zu sehen ist, brütet der Star in Höhlen. Hier füttert ein Altvogel einen fast flüggen Jungvogel. Gerne bezieht er dazu verlassene Spechthöhlen. Im Herbst bilden Stare häufig Schwärme von mehreren tausend Vögeln. Beeindruckend sind dann die Flugmanöver solcher Starenschwärme, die meist abends am Himmel zu sehen sind.

 

 

Januar

Der Säbelschnäbler

Der Säbelschnäbler ist ein Küstenvogel, der seine Nahrung (Krebstiere, Wasserinsekten, Würmer…) in Gewässern findet. Dazu bewegt er seinen säbelartig gebogenen Schnabel in pendelnden Bewegungen hin und her. Wenn er Beute gefunden hat, schnappt er blitzschnell zu. Zu erkennen ist er an seinem schwarz-weißen Gefieder, den langen Beinen und eben seinem gebogenen Schnabel (Name). Er ist in Deutschland streng geschützt.

 

 

Dezember

Die Bachstelze

Die Bachstelze ist die häufigste Stelze in Deutschland. Gut zu erkennen ist sie an ihrem schwarz-grau-weißen Federkleid. Wie alle Stelzen wippt die Bachstelze oft mit ihrem Schwanz, deshalb ist ihr englicher Name „White Wagtail“. Sie ernährt sich ausschließlich von Insekten, deshalb zieht sie auch im Herbst in Richtung Süden. Bekannt ist die Bachstelze für ihren Mut: nähert sich ein Greifvogel dem Nest, greifen Bachstelzen oft im Trupp den Feind an. Auf dem Foto ist eine Bachstelze zu sehen, die ihr eigenes Spiegelbild bekämpft. Sogenannte „Spiegelfechter“ halten ihr eigenes Spiegelbild für einen Eindringling in ihr Revier und bekämpfen deswegen den vermeintlichen Rivalen.

 

 

November

Der Turmfalke

Der Turmfalke ist der zweithäufigste Greifvogel in Deutschland. Seinen Namen verdankt er der Tatsache, dass er gerne auf Türmen brütet. Du kannst ihn deshalb im Frühling oft auf dem Turm des Altbaus beobachten. Der Turmfalke wird auch als „Rüttelfalke“ bezeichnet, weil er häufig in der Luft stehend mit den Flügeln „rüttelt“, so wie hier auf dem Bild. Dann stellt er seine Schwanzfedern fächerartig auf. Seine Hauptnahrung besteht aus Mäusen, er frisst aber auch Insekten, kleine Reptilien und Jungvögel.

 

 

Oktober

Der Distelfink

Disteln wie der „Wilden Karde“ sehen. Sein anderer Name „Stiglitz“ ist auf seinen Gesang zurückzuführen, der sich anhört wie „stiglit“ (Link zum Gesang: Der Stieglitz (Distelfink) im Porträt: Aussehen und Stimme – NABU.). Übrigens singen beim Stiglitz auch die Weibchen! Der Stiglitz gehört zu den buntesten Vögeln in Deutschland. Sehr auffällig ist seine rote Gesichtsmaske und die gelbe Flügelbinde (Männchen und Weibchen sehen nahezu gleich aus). Der abgebildete Vogel ist ein Jungtier, die rote Gesichtsmaske ist noch nicht voll ausgefärbt.

 

 

September

Der Kranich

Den Kranich sehen wir hier nur während der Zugzeiten im Herbst und im Frühjahr, und dann nur von unten. Der Kranichzug ist die einzige große Tierwanderung, die wir hier hautnah miterleben können. Meist fliegen die Vögel in Keilformation in Gruppen, die aus mehreren hundert Tieren bestehen können! Auf dem Foto orientieren sich die Vögel neu, dabei entsteht ein mehr oder weniger großes Durcheinander. Gelegentlich ziehen die Kraniche auch in Dunkelheit. Dann sieht man sie nicht, aber man hört sie: Durch ständiges Rufen verlieren sie sich nicht, das ist vor allem für junge Vögel sehr wichtig. Da die Zugzeit bald beginnt, halte Augen und Ohren offen!

 

 

August

Der Nachtreiher

Der Nachtreiher ist, wie der Name vermuten lässt, dämmerungs- und nachtaktiv. Am Tage kann man ihn nur selten beobachten und wenn man ihn dann findet, schläft er meistens. Die Jungvögel haben ein kontrastreich geflecktes Federkleid (Bild). Altvögel sind dann überwiegend hellgrau mit schwarzen Anteilen. Der Nachtreiher ernährt sich von Fischen, Amphibien und Insekten. Ich konnte bei diesem Vogel zwei verschiedene Jagdmethoden beobachten: Manche Individuen warten regungslos bis zu einer Stunde an einer Stelle und fangen dann einen ahnungslosen Fisch. Andere dagegen laufen das Ufer ab, auf der Suche nach Beute.

 

 

Juni

Das Blässhuhn

Das Blässhuhn kannst du auf jedem größeren Stadtteich beobachten. Ähnlich wie das Teichhuhn gehört auch das Blässhuhn zu den Rallen. Es ist deshalb näher mit den Kranichen als mit den Hühnern verwandt. Zu erkennen sind Blässhühner an dem weißen Schild über dem Schnabel, der „Blässe“. Während der Brutzeit wird das Revier heftig verteidigt, selbst größere Vögel wie Gänse oder Schwäne werden dann angegriffen.

 

 

Mai

Der Haubentaucher

Der größte unserer heimischen Lappentaucher ist der Haubentaucher. Wie alle Lappentaucher hat er an den Zehen lappenartige Häute, die beim Tauchen wie Flossen wirken. Interessant ist das Balzverhalten der Haubentaucher: Beim „Pinguintanz“ richtet sich das Paar hoch auf und paddelt dabei mit den Füßen. Oft haben sie dabei Pflanzenteile im Schnabel. Das Nest verankern sie meist schwimmend im Schilf. Gar nicht selten werden die Küken nach dem Schlüpfen auf dem Rücken der Eltern getragen.

 

 

April

Der Silberreiher

Noch vor 30 Jahren musste man weite Fahrten (zum Beispiel nach Südfrankreich) unternehmen, um einen Silberreiher zu sehen. Im Zuge der Klimaerwärmung hat sich der Silberreiher in Richtung Norden ausgebreitet. Bei uns kann er regelmäßig beobachtet werden (zum Beispiel in der Wetterau) und er ist sogar mittlerweile in Deutschland ein seltener Brutvogel. Mit seinem weißen Gefieder ist der Silberreiher ein echter „Hingucker“, früher wurde er wegen seiner Schmuckfedern gejagt (und sogar fast ausgerottet), diese waren als Hutfedern sehr beliebt. Der Vogel auf dem Foto hat gerade einen Molch erbeutet.

 

 

März

Das Sommergoldhähnchen

Das Sommergoldhähnchen ist genau wie seine Zwillingsart, das Wintergoldhähnchen einer der leichtesten Vögel Europas. Es wiegt gerade einmal 5-7 Gramm, also so viel wie ein Blatt Papier oder ein Teelöffel Salz!  Goldhähnchen sind die Punker der Vogelwelt, die Männchen haben einen orangenen, die Weibchen einen gelben Scheitel auf dem Kopf.

 

 

Februar

Das Teichhuhn

Das Teichhuhn wird auch Teichralle genannt. Der rot-gelbe Schnabel und die großen Füße machen das Teichhuhn unverwechselbar. Beobachten kannst du das Teichhuhn zum Beispiel auf den Teichen des Dreieichparks. Hier hält es sich gerne im Uferbereich, zwischen Schilfhalmen auf. Das Teichhuhn ist ein Allesfresser, es ernährt sich also von pflanzlicher und tierischer Kost. Die Teichhühner zeigen ein ungewöhnliches Verhalten: Hier kämpfen die Weibchen um die Männchen! Sehr begehrt sind wohlgenährte Männchen.

 

 

Januar

Der Seidenschwanz

Der Seidenschwanz ist ein seltener Wintergast aus dem hohen Norden (u.a. Sibirien). Man erkennt ihn an seiner Federhaube, dem seidigen, rotbraunen Gefieder mit den gelben Federn an den Flügeln und am Schwanzende. Außerdem besitzt der Seidenschwanz rote Hornplättchen an den inneren Armschwingen. Im Winter frisst er am liebsten Beeren, die an Bäumen wachsen, wie die Beeren der Mistel (Bildhintergrund).  

 

 

Dezember

Die Tannenmeise

Die Tannenmeise ist eine unserer kleinsten Meisen, sie wird lediglich 11,5 cm groß. Man kann sie in Nadelwäldern, bei uns meist bestehend aus Fichten, beobachten. Weil sie ein Standvogel ist, sieht man sie auch im Winter. Das Foto ist letzten Winter auf dem großen Feldberg im Taunus entstanden. An einem Futterhäuschen sammelte sie eifrig Sonnenblumenkerne.

 

 

November

Die Wacholderdrosse

Die Wacholderdrossel ist etwa so groß wie die Amsel. Sie ernährt sich von Würmern, Schnecken und Wacholderbeeren, was sich auch in Ihrem Namen niederschlägt. Früher wurde die Wacholderdrossel gefangen und gegessen, der durch die Wacholderbeeren verursachte Geschmack des Fleisches wurde sehr geschätzt. Unverwechselbar ist auch ihr Ruf, der sich mit „schak-schak-schak“ beschreiben lässt. Der Vogel ist sehr gesellig und kann im Winter manchmal in großen Schwärmen beobachtet werden. Feinde wie der Sperber werden dann von mehreren Vögeln gleichzeitig attackiert und dabei auch mit Kot bespritzt.

 

 

Oktober

Der Stieglitz

Der Stieglitz oder Distelfink ist einer unserer schönsten Kleinvögel. Durch seinen roten Kopf und seine gelben Flügelbänder ist er unverwechselbar. Wie sein Name verrät, liebt er die Samen von Disteln. Deshalb sieht man ihn jetzt im Herbst oft auf Disteln sitzen. Auch auf Birken oder Erlen kann man ihn vor allem im Winter beobachten, dann meist in Gesellschaft von Erlenzeisigen.

 

 

September

Die Lachmöwe

Die Lachmöwe ist bei uns die häufigste Möwen Art. da der Ruf der Möwe mit dem schwarzen Kopf an Lachen erinnert, nannte man sie Lachmöwe. Lachmöwen fühlen sich an Gewässern aller Art wohl, du kannst sie also auch am Main beobachten. Sie brüten in Kolonien und sind auch sonst sehr gesellig, selten trifft man eine einzelne Lachmöwe an. Lachmöwen ernähren sich von pflanzlicher und tierischer kost, sie sind nicht sehr wählerisch. Den Winter verbringen sie bei uns, gerne nahe Kläranlagen, da hier das Wasser wärmer und auch eisfrei ist.

 

 

August

Der Zaunkönig

Der Zaunkönig gehört zu unseren kleinsten Vögeln. Er hat etwa nur ein Drittel der Größe eines Sperlings. Trotzdem kann er sehr laut singen und das tut er sogar im Winter! Typisch für den Zaunkönig ist der hochgestellte Schwanz. Zaunkönigmännchen betreiben Polygynie (ein Männchen hat mehrere Weibchen). Die Nahrung der Zaunkönige besteht vor allem aus kleinen Insekten und Spinnen.

 

 

Juni

Die Schafstelze

Die Schafstelze ist eine der drei bei uns vorkommenden Stelzen (Bachstelze, Gebirgsstelze, Schafstelze).Das Männchen hat eine leuchtend gelbe Unterseite. Der Kopf ist grau mit weißem Überaugenstreif. Die Oberseite ist olivgrün, der Bürzel ist weiß. Das Weibchen ist insgesamt etwas matter gefärbt. Oft folgen Schafstelzen Weidetieren (z.B. Schafen) um dabei Insekten jagen zu können. Ihr Nest bauen sie in Bodenmulden. Auch sie wippen, wie es für Stelzenarten üblich ist, häufig mit dem Schwanz auf und ab. Ursprüngliche Lebensräume von Schafstelzen waren vor allem Feuchtwiesen. Heute sind sie auch in offenen Kulturlandschaften zu finden. Dort leben sie zum Beispiel in Getreideflächen oder auf nassen Wiesen.

 

 

Mai

Der Buntspecht

Den Buntspecht kann man gut auf dem Schulhof beobachten. Oft hört man ihn, bevor man ihn sieht. Regelmäßig nutzt im Frühjahr ein Männchen die Lampenschirme der Flutlichter auf unerem Sportplatz als Schallverstärker. Die Buntspechtmännchen werben nämlich mit Trommelschlägen um die Weibchen. Je lauter umso besser. Erfreulicherweise brütet dieses Jahr auf unserem Schulgelände ein Buntspechtpaar. Einen der beiden siehst du auf dem Foto. Er hat tatsächlich 15 Raupen in seinem Schnabel. Wenn man bedenkt, dass er etwa alle 6 Minuten mit einer Fuhre kommt, und das etwa 12 Stunden am Tag und das dann nochmal mit 2 multipliziert (beide Elter füttern!), dann kommt man auf unglaubliche 3600 Raupen am Tag! Die Jungen werden etwa 3 Wochen gefüttert. Wir kommen so auf etwa 75600 Raupen für eine Buntspechtbrut!

 

 

April

Der Kiebitz

Der Kiebitz ist der Vogel des Jahres 2024. Er benötigt unbedingt feuchte Wiesen als Lebensraum. Leider wurden in der Vergangenheit viele Feuchtwiesen trockengelegt. Deshalb ist der Kiebitz selten geworden. Im Bingenheimer Ried in der Wetterau konnte sich der Kiebitz dank intensiver Schutzmaßnahmen (Elektrozaun schützt die Wiesen) in den letzten Jahren vermehren. Ungewöhnlich ist die Stimme des Kiebitzes, hier kannst du sie dir anhören:   Kiebitz – LBV – Gemeinsam Bayerns Natur schützen. Kiebitze können ein Alter von 25 Jahren erreichen. Das ist für einen Vogel in freier Wildbahn sehr alt!

 

 

März

Die Bartmeise

Die Bartmeise ist wohl die schönste unserer Meisen. Untersuchungen legen jedoch nahe, dass sie näher mit den Lerchen als mit den Meisen verwandt ist. Sie lebt in dichten Schilfbeständen und ernährt sich dort von Sämereien und Insekten. Da es nur wenige zusammenhängende Schilfbestände in Hessen gibt, ist die Bartmeise bei uns eher selten zu sehen. Am ehesten gelingt dies im Winter, wenn einige Trupps umherziehen und dann auch in Frankfurt und Offenbach Rast machen.

 

 

Februar

Der Waldkauz

Eine der häufigsten Eulen in Deutschland ist der Waldkauz. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Mitteleuropas, und auch in Deutschland kommt er so gut wie überall vor, zu sehen bekommt man ihn aber selten, da er sich sehr gut tarnen kann. Er brütet vor allem in Wäldern, aber auch in Parks, Nistkästen oder selten in alten Scheunen. Er ist sehr anpassungsfähig und schläft teilweise sogar in Mauernischen. Als nachtaktiver Jäger erbeutet er hauptsächlich Mäuse und Insekten.

 

 

Dezember

Die Mandarinente

Die Mandarinente ist eigentlich in Ostasien beheimatet. Sogenannte „Gefangenschaftsflüchtlinge“ haben sich in Deutschland eingelebt und vermehrt, sie bereichern so unsere heimische Vogelwelt. Wir können die schönen Vögel bei einem Spaziergang an der Oberschweinstiege in Frankfurt beobachten. Sehr auffällig sind die bunt gefärbten Männchen. Eine Besonderheit dieser Entenart ist ihre gute Kletterfähigkeit. Aus diesem Grunde brüten sie häufig in Baumhöhlen.

 

 

Oktober

Das Schwarzkehlchen

Neben dem Rotkehlchen, Blaukehlchen und Braunkehlchen gibt es in Deutschland auch das Schwarzkehlchen. Es brütet vorwiegend in Ödland- und Brachflächen mit Büschen und Hecken. Auch in Weinbergen kann man das Schwarzkehlchen antreffen. Als „Teilzieher“ kommt es in milden Wintern schon früh wieder zurück in sein Brutrevier.

 

 

September

Das Blaukehlchen

Ein Blaukehlchen zu sehen ist schon etwas Besonderes. Das Männchen ist an der leuchtend blauen Kehle mit einem weißen Fleck in der Mitte zu erkennen. Die bevorzugten Lebensräume sind natürliche Feuchtgebiete. Da es von diesen nicht mehr so viele gibt, begegnet man dem Blaukehlchen auch nur selten. Es ist in diesem Fall so wie bei vielen anderen Vögeln: zuerst hört man ihn, dann sieht man ihn. Seine Stimme kannst du hier hören: vogelwarte.ch – Blaukehlchen

 

 

Juli

Die Goldammer

Der wissenschaftliche Name der Goldammer ist Emberiza citrinella. Citrinella bedeutet “ zitronengelb“. Auf dem Foto ist ein Männchen zu sehen, diese sind tatsächlich zitronengelb. Die Goldammer ist bis zu 17 cm groß. Sie ist eine von 5 Arten aus der Familie der Ammern, die in Deutschland brütet. Durch intensive Landwirtschaft, bei der unter anderem Hecken und Gebüsche an Wegrändern beseitigt werden, ist der Lebensraum der Goldammer bedroht.

 

 

Juni

Der Wiedehopf

Upupa epops ist der wissenschaftliche Name des Wiedehopfes. Wie bei vielen anderen Vogelarten auch, bezieht sich der wissenschaftliche Name auf den Ruf bzw. Gesang des Vogels. Der hört sich sehr merkwürdig an, ebenso ähnlich wie Upupa epos ( hier kannst du seine Stimme hören: vogelwarte.ch – Wiedehopf.). Der Wiedehopf wird auch als „Stinkhahn“ bezeichnet, weil er zur Abwehr von Feinden ein übelriechendes Sekret verspritzt. Tatsächlich handelt es sich beim Wiedehopf um einen der interessantesten und schönsten Vögel Deutschlands.

 

 

Mai

Der Steinkauz

Der Steinkauz fand im Volksglauben verschiedener Länder große Bedeutung. In Mitteleuropa bezeichnete man ihn als „Leichenhuhn“ oder „Sterbevogel“. Das lag vermutlich an seinem Ruf, der in Worte gefasst so ähnlich klingt wie „Kiwitt“ oder „Kuwitt“. In der Phantasie der Menschen wurde daraus ein „Komm mit, komm mit – in den Tod“. Deshalb war er nirgends gern gesehen und wurde auch verfolgt.

Eine gänzlich andere Bedeutung hatte er in Griechenland, hier galt und gilt er immer noch als Symbol der Weisheit.

 

 

März

Der Seeadler 

Mit einer Spannweite von bis zu 2,50 Metern ist der Seeadler der größte Greifvogel Europas. 

Seine Flügel sind sehr breit und brettartig und die gespreizten Handfedern sehen aus wie Finger. Schau mir in die Augen und ich sage dir wie alt du bist: Tatsächlich kann man an der Farbe der Iris auf das Alter der Seeadler schließen. Bei Jungvögeln ist sie braun, erst im Alter verfärbt sie sich in Richtung gelb. Der Seeadler ernährt sich vorwiegend von Fischen, Wasservögeln und auch von Aas. Kaum zu glauben aber wahr: In den letzten zwei Wochen hielt sich ein Seeadler in unserer Nähe auf (Wetterau). Ansonsten findet man ihn nur an der Küste oder an großen Seen, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern.

 

 

Februar

Die Kohlmeise

Kohlmeisen sind in Hessen häufig und weit verbreitet. Sie sind Höhlenbrüter. Natürliche Baumhöhlen sind jedoch selten, deshalb ist es wichtig, dass genügend Brutkästen aufgehängt werden. Sie Brüten bis zu 2-mal im Jahr, pro Brut werden bis zu 12 Eier gelegt! Da sie Standvögel sind, kann man Kohlmeisen bei uns auch im Winter beobachten. Eine Fütterung im Winter mit z.B. Meisenknödeln macht deshalb viel Sinn.

 

 

Januar

Der Kleiber

Der Name des Kleibers leitet sich von dem Wort „Kleben“ ab. Hintergrund: Der Kleiber nutzt zum Brüten alte Spechthöhlen. Um zu verhindern, dass Feinde wie Marder oder andere größere Vögel in die Bruthöhle eindringen können, verkleinert er den Eingang. Aus einer Mischung von Lehm, Speichel, feuchter Erde und Pflanzenfasern baut er einen Ring um den ursprünglichen Eingang. In der Mitte lässt er ein kleines Loch offen, gerade so groß, dass nur noch er hindurchpasst.

 

 

Dezember

Der Halsbandsittich

Papageien in Deutschland? Ja, tatsächlich gehört der Halsbandsittich seit einigen Jahren zu den deutschen Brutvögeln! Gefangenschaftsflüchtlinge konnten sich in Freiheit behaupten und fühlen sich in Deutschland pudelwohl. Sie finden genügend pflanzliche Nahrung und in alten Platanen reichlich Baumhöhlen zum Brüten. In Städten wie Wiesbaden und Köln gibt es mittlerweile weit über tausend Exemplare und auch in Frankfurt kann man regelmäßig Halsbandsittiche beobachten. Sie sind somit Neozoen, also tierische Neubürger. Zurzeit sammeln sich große Mengen jeden Abend an festen Schlafplätzen, teilweise mitten in der Stadt. Am nächsten Morgen hat dann der Reinigungsdienst alle Hände voll zu tun, um die Hinterlassenschaften der Vögel zu beseitigen.

 

 

November

Der Eisvogel

Der Eisvogel gehört zu den schönsten Vögeln Deutschlands. Seine blaue Oberseite und seine orangene Unterseite machen ihn zum „fliegenden Juwel“. Und doch ist es oft schwierig den etwa starengroßen Vogel zu sehen, da er meist schnell vorbeifliegt und gezielt Schattenbereiche aufsucht. Am leichtesten ist es ihn zu finden, wenn man seinen Ruf kennt. Hört man das helle, durchdringende Pfeifen des Eisvogels, hat man ihn oft schnell entdeckt. Der Eisvogel ernährt sich von kleinen Fischen, die er im Sturzflug fängt.

 

 

Oktober

Die Rabenkrähe

Die Rabenkrähe gehört zu den Rabenvögeln. Sie ist jedoch kein Rabe! Dieser heißt eigentlich Kolkrabe und ist deutlich größer (und seltener). Gemeinsam ist ihnen aber die Klugheit. Rabenvögel gehören zu den intelligentesten Vögeln überhaupt. Dies stellen die Krähen aktuell wieder unter Beweis: Im Herbst sammeln die Krähen Walnüsse. Um diese zu öffnen, lassen sie die Nuss aus einer bestimmten Höhe auf asphaltierte Straßen fallen. Die Fallhöhe ist dabei optimal angepasst: Gerade so hoch wie nötig, aber auch nicht zu hoch, um keine Energie zu verschwenden.

 

 

Juni

Der Wanderfalke

Der Wanderfalke ist der Lamborghini der Tierwelt. Mit einer Geschwindigkeit von ca. 360 Stundenkilometer bricht er alle Rekorde. Er fühlt sich gerade in Frankfurt und Umgebung sehr wohl, denn er findet hier alles was er braucht: Viel Nahrung (Tauben), und hohe Gebäude als Brutplatz. Das war nicht immer so, Anfang der 1970er Jahre galt der Wanderfalke nördlich des Mains als ausgestorben! Illegaler Fang, die Verfolgung durch Taubenzüchter und die Gifte DDT und Lindan waren Schuld daran. Glücklicherweise griffen die Schutzmaßnahmen im Anschluss.

 

 

Mai

Der Uhu

Der Uhu ist die größte Eule Europas (Flügelspannweite bis 1,70 m). Der Uhu war lange Zeit sehr gefährdet, aktuell hat sich sein Bestand aber erholt. Es gibt sogar einige „Stadt-Uhus“, die ganz in der Nähe des Menschen brüten. Seinen typischen Ruf, das „Uhu“, lässt er nur in der Paarungszeit hören, ansonsten lebt er sehr still und heimlich. Markant sind seine „Federohren“. Tatsächlich befinden sich seine richtigen Ohren ganz wo anders am Kopf. Die Federohren geben lediglich seine Stimmung wieder: Bei Aufregung stellt er sie auf.

 

 

April

Der Graureiher

Der Graureiher ist der häufigste Reiher in Deutschland. Er wird oft auch als „Fischreiher“ bezeichnet. Fischzüchter und Fischer sind deshalb keine Freunde des Graureihers. Tatsächlich frisst er gerne Fische. Wie man aber auf dem Bild gut sehen kann, ernährt er sich auch oft von Mäusen. Am Mainufer kann man hin und wieder Graureiher beobachten, die wenig scheu auf den Menschen reagieren. Diese Gelegenheit sollte man nutzen, um den beeindruckenden Vogel in Ruhe und aus der Nähe zu beobachten.

 

 

März

Die Amsel

Die Amsel gehört zu den häufigsten Vögeln in der Stadt. Sie gilt als die „Meistersängerin“ unter den heimischen Vögeln. Bekannte Komponisten, wie Brahms, Beethoven und Mozart ließen sich von Amsel-Gesang-Kompositionen inspirieren. Die meisten „Schwarzdrosseln“, wie Amseln auch genannt werden, überintern bei uns, sie sind also „Standvögel“. Das war früher anders, noch vor hundert Jahren war die Amsel ein Zugvogel. Das liegt daran, dass heute viele Amseln in der Stadt leben, wo es auch im Winter wärmer ist. Außerdem trägt die Klimaerwärmung dazu bei, dass viele Zugvögel kürzer oder gar nicht mehr ziehen.

 

 

Februar

Der Weißstorch

„Meister Adebar“, wie der Storch in der Fabel genannt wird, war bis in die 1980er Jahre in Hessen nahezu ausgestorben. Schutzmaßnahmen haben dafür gesorgt, dass man den Weißstorch etwa in der Wetterau, rund um Wiesbaden und Darmstadt wieder in größerer Zahl beobachten kann. Der Weißstorch ist ein Zugvogel, man unterscheidet zwischen Ost- und Westziehern. Ostzieher überfliegen auf ihrem Weg nach Afrika den Bosporus (Türkei), Westzieher die Straße von Gibraltar (Spanien).

 

 

Januar

Das Rotkehlchen

Dem Rotkehlchen kann man auch in der Stadt leicht begegnen. Meist sucht es am Boden nach Insekten. Eine Besonderheit des Rotkehlchens ist der fehlende „Geschlechtsdimorphismus“ (unterschiedliches Aussehen von Männchen und Weibchen). Bei den meisten Vögeln trägt das Männchen ein viel bunteres Federkleid als das Weibchen, nicht so beim Rotkehlchen. Männchen und Weibchen sind äußerlich nicht zu unterscheiden! Viele Rotkehlchen bleiben im Winter bei uns und singen dann sogar, meist in den Abendstunden. Der Gesang wirkt etwas schwermütig, er hat etwas Tröstendes. Das Foto zeigt ein überwinterndes Rotkehlchen an einem sehr kalten Tag. Der Vogel wärmt sich durch „Aufplustern“ seiner Federn: Die Federn werden aufgestellt, in den Zwischenräumen kann warme Luft „festgehalten“ werden. Er sieht dann aus wie eine Federkugel.

 

 

Dezember

Die Blaumeise

Die Blaumeise ist der einzige Vogel Europas mit einem blaugelben Gefieder. Männchen und Weibchen sehen für uns nahezu gleich aus. Tatsächlich besitzt aber das Männchen ein viel prächtigeres Gefieder. Das können aber nur Lebewesen wie Vögel sehen, die in der Lage sind, ultraviolettes Licht wahrzunehmen! Die Blaumeise ist die zweithäufigste Meisenart bei uns. Deshalb kann man sie auch im Bereich der Schule finden. Im Winter kannst du ein Futterhaus einrichten und hier die Blaumeise gut beobachten.

 

 

Oktober

Der Eichelhäher

Der Name „Eichelhäher“ bezieht sich auf eine Verhaltensweise dieses Vogels: Er sammelt Eicheln, die Früchte der Eiche. Gerade jetzt im Herbst kann man den Eichelhäher sogar im Bereich der Leibnizschule (neben dem A-Trakt und am Lehrerparkplatz stehen zwei mächtige Eichen) beim Sammeln von Eicheln beobachten. Er versteckt die gesammelten Eicheln im Boden, als Reserve für den Winter. Ein Großteil dieser versteckten Eicheln wird jedoch nicht wieder ausgegraben, aus ihnen wachsen dann neue Eichenbäume. Somit ist der Eichelhäher für das Vorhandensein vieler mächtiger Eichen in unseren Wäldern verantwortlich.

 

 

September

Der Mäusebussard

Unser häufigster Greifvogel ist der Mäusebussard. Sogar über der Leibnizschule kann man ihn kreisen sehen. Er ist ein Meister des Segel- und Gleitfluges. Dabei erreicht er ohne großen Kraftaufwand enorme Flugstrecken. Da sein Ruf an das Miauen von Katzen erinnert, nennt man ihn auch „Katzenadler“. Mit der Katze teilt der Mäusebussard auch seine Vorliebe für Mäuse. Sie stellen eine Hauptnahrungsquelle für den Bussard dar. Gerne jagt er aber auch am Boden nach Regenwürmern.

 

 

Juli

Der Gartenrotschwanz

Der Gartenrotschwanz ist ein „Transsaharazieher“, er überwintert in einem breiten Streifen, der sich über die Mitte von Afrika erstreckt. Deshalb erscheint er auch recht spät bei uns, also Mitte April bis Anfang Mai. Brutkästen für ihn sollte man aus diesem Grunde nicht zu früh aufhängen, da sie sonst schon von Kohlmeisen besetzt werden. Nachdem es seit den 1980er Jahren immer weniger Gartensrotschwänze gab, hat sich der Bestand aktuell erholt. Sogar im direkten Umfeld der Leibnizschule kann man den Gartenrotschwanz beobachten: In einer Kabelöffnung eines Containers zogen dieses Jahr Gartenrotschwänze ihre Jungen groß!

Weitere Infos findet ihr hier: vogelwarte.ch – Gartenrotschwanz

 

 

Juni

Die Ringeltaube

Straßentauben haben einen schlechten Ruf, manche Menschen bezeichnen sie auch als „Ratten der Lüfte“. Es handelt sich bei den Straßentauben um „verirrte“ Brieftauben und deren Nachkommen. Also ist letztlich der Mensch für die Ausbreitung der unbeliebten Stadtvögel verantwortlich.

Der Vogel des Monats ist aber eine Ringeltaube, eine echte Wildtaube, die auch gelernt hat, die Vorteile der Städte für sich zu nutzen. Hier gibt es Futter, Nistmöglichkeiten und weniger Feinde (z.B. Habichte). Große Glasflächen werden den Vögeln jedoch immer wieder zum Verhängnis: In vollem Flug knallt das Tier gegen die Scheibe, die als solche nicht erkannt wird. Häufig hinterlässt der Vogel dabei einen Abdruck seiner selbst auf der Glasfläche. Man bezeichnet diese Abdrücke, die aus Federstaub bestehen auch als „Engelsbilder“. Zur Vermeidung solcher Unfälle befinden sich an verschiedenen Stelle unserer Schule Aufkleber auf den Scheiben, die den Vögeln das Erkennen der Flächen ermöglichen sollen. Das Besondere an diesen Aufklebern: Sie sind für uns nahezu durchsichtig! Für Vögel nicht, da die Aufkleber im UV-Bereich reflektieren und das können Vögel besser erkennen als Vogelbilder aus Pappe. Versuche doch einmal diese durchsichtigen Aufkleber an den Glasflächen der Schule zu finden!

 

 

 

Mai

Männliche Stockente beim Start

Die Stockente ist die häufigste Enten Art in Deutschland, deshalb kann man sie auch am Offenbacher Mainufer beobachten. Hier ist ein „Erpel“ zu sehen, so nennt man die männlichen Vögel. Bei Vögeln sind die Männchen meist bunter gefärbt als die Weibchen. Das hat einen Grund: Weibchen brüten meist die Gelege aus. Dabei sollen sie so wenig wie möglich auffallen, damit Greifvögel und Füchse sie nicht sehen. Das gelingt mit einem „Tarnkleid“.

Noch eine Bitte: Bitte füttert nicht die Enten, Gänse und Schwäne am Mainufer! Oft sieht man „Vogelfreunde“, die den Vögeln Brot und andere Mehlprodukte geben. Das ist kein artgerechtes Futter, es schadet sogar den Vögeln: Sie bekommen eine Knochenkrankheit, wodurch die Flügel krumm werden. Außerdem verlassen sich die Vögel auf diese Futterquelle und bekommen Probleme, wenn diese ausbleibt. Auch können sich an solchen „Futterstellen“ Vogelkrankheiten schnell ausbreiten!